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Unternehmen

General Electric zieht die Notbremse

Der US-Industrieriese General Electric geht angesichts mauer Gewinne und eines fallenden Börsenwerts auf Schrumpfkurs. Außerdem kündigte GE an, die Quartalsdividende auf 12 Cent je Aktie zu halbieren.

Der US-Elektronikkonzern General Electric kürzt erstmals seit 2009, und erst zum zweiten Mal nach der großen Wirtschaftskrise in den dreißiger Jahren überhaupt, seine Dividende. GE verstehe die Bedeutung dieser Entscheidung für die Aktionäre und habe sich daher die Entscheidung nicht leicht gemacht, erklärte Firmenchef John Flannery. Die Kürzung der Dividende sei letztlich die "richtige Entscheidung" angesichts der Liquiditätslage von GE. Außerdem kündigte Flannery Einsparungen und eine Neuausrichtung der Unternehmensstrategie an.

GE steht knapp vor dem Abstieg aus den Dow

General Electric hat sich vom Aushängeschild zum trägen Dino der US-Wirtschaft und Prügelknaben der Wall Street entwickelt. Die Aktie des Unternehmens fällt seit Ende 2016. Der Börsenwert ist inmitten boomender Märkte um über ein Drittel auf zuletzt 178 Milliarden Dollar (153 Milliarden Euro) gesunken. Dem Papier des 125 Jahre alten US-Traditionsunternehmens, dessen Wurzeln auf den Glühbirnen-Erfinder Thomas Edison zurückgehen, droht nun mangels Börsenwert gar der Rauswurf aus dem Dow Jones.

Damit würde Finanzgeschichte geschrieben: General Electric zählte zu den Gründungsmitgliedern des weltweit bekanntesten Aktienindex, als dieser 1896 an den Start ging. Der Konzern musste zuletzt in der globalen Finanzkrise 2009 die Dividende kürzen. Anders als die Unternehmen im Dax schütten viele US-Firmen vierteljährlich Gewinne an die Aktionäre aus.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Der Siemens-Erzrivale GE will sich in Zukunft auf drei Kern-Geschäftsbereiche spezialisieren. Luftfahrt, Energie und Gesundheit seien die drei Bereiche mit dem größten Wachstumspotenzial, in denen GE über die nötige Technologie, die erforderliche Größe und Kunden verfüge, sagte John Flannery am Montag bei der Vorstellung der neuen Strategie.

Sogar die Führungsriege soll bluten

Flannery erläuterte am Montag auch seine Kriterien für das künftige Geschäft: Es soll kleiner und einfacher werden, das Beste auf dem Markt bieten und wichtig für das moderne Leben sein. Der Siemens-Konkurrent bekräftigte den Plan, sich binnen ein bis zwei Jahren von Sparten oder Vermögenswerten im Umfang von 20 Milliarden Dollar (17,1 Milliarden Euro) zu trennen.

Auf dem Prüfstand stehen demnach das Zuggeschäft, der Bereich Industrielösungen, die Lichtsparte und zehn weitere Bereiche. Eine "Option" sieht er zudem bei der Beteiligung des Konzerns am Ölfeld-Ausrüster Baker Hughes. Auch in der Führungsetage soll der Rotstift regieren: Der Verwaltungsrat soll von 18 auf 12 Mitglieder schrumpfen. Davon sollen nur 9 aus der bisherigen Besetzung des Gremiums stammen.

dk/hb (dpa, afp, rtr)