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Aktuell Europa

Gauck gedenkt Opfern der Skagerrak-Schlacht in Schottland

Rund 9000 deutsche und britische Soldaten verloren bei der größten Seeschlacht im Ersten Weltkrieg ihr Leben. Bundespräsident Gauck besuchte in Schottland einen Gottesdienst im Gedenken an die Opfer.

Bundespräsident Joachim Gauck übernahm bei dem Gottesdienst im schottischen Kirkwall auf den Orkney-Inseln die Schriftlesung. Unter den Teilnehmern war enauch Prinzessin Anne, die Tochter von Königin Elizabeth II., und Premierminister David Cameron. Die Gedenkfeier wurde anschließend auf einem nahen Soldatenfriedhof fortgesetzt. Die schottischen Orkney-Inseln waren im Ersten Weltkrieg ein bedeutender Marinestützpunkt.

Prinz Philip hatte seine Teilnahme kurzfristig absagen müssen. Der Herzog von Edinburgh feiert in der kommenden Woche seinen 95. Geburtstag. Er leide an einem "kleineren Gebrechen", sagte Schwiegersohn Tim Laurence dem britischen Fernsehsender Sky News.

Prinz Philip sei "sehr enttäuscht und frustriert", dass er nicht bei der Gedenkveranstaltung dabei sein konnte. Nach der Gedenkveranstaltung reist Gauck weiter nach London, wo er am Mittwoch der britischen Königin einen Besuch abstattet.

Ein gemeinsamer Kranz

Parallel zu der Feierlichkeiten auf den Orkney-Inseln legten die Besatzungen der deutschen Fregatten "Brandenburg" und "Schleswig-Holstein" und des britischen Zerstörers "HMS Duncan" im Seegebiet der historischen Schlacht vor der Westküste Norddänemarks zu Ehren der getöteten Seeleute gemeinsam einen Kranz im Wasser nieder.

Am deutsche Marine-Ehrenmal in Laboe bei Kiel stellten deutsche und britische Vertreter, darunter der Herzog von Kent als Vertreter des britischen Krone, 850 Gedenkkreuze auf. Bei der Gedenkfeier erinnerte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, an die historischen Lehren aus den blutigen Ereignissen und rief Großbritannien zum Verbleib in der EU auf. Die Briten entscheiden im Juni in einer Volksabstimmung, ob sie die Gemeinschaft verlassen wollen. "Europa braucht Großbritannien, Großbritannien braucht aber auch die EU", sagte Roth laut Redetext. "Heute zielen wir nicht mehr mit Waffen aufeinander, sondern wir verhandeln in den Brüsseler Verhandlungsräumen über politische Kompromisse." Die EU sei "nicht perfekt", aber "das erfolgreichste Friedens- und Demokratieprojekt der Welt".

Beide feierten sich als Sieger

In dem "Skagerrak" genannten Seegebiet in der Nordsee vor der Küste Jütlands war es im Ersten Weltkrieg zu erbitterten Gefechten zwischen Deutschen und Briten gekommen. Am 31. Mai 1916 waren bei der größten Seeschlacht des Ersten Weltkriegs rund 9000 deutsche und britische Soldaten getötet worden. Anschließend wollte keine Seite als Verlierer dastehen. Die deutsche Marine und die britische Royal Navy feierten sich beide als Sieger.

Beide Länder hatten Kolonnen aus Stahl auf dem Meer in Stellung gebracht. Die Deutschen formierten sich im Skagerrak mit 16 Schlachtschiffen, sechs Linienschiffen und dutzenden Torpedobooten, 45.000 Mann waren an Bord dieser Schiffe. Die Briten waren sogar mit 60.000 Soldaten präsent. Die britischen Seeleute waren mit 28 Schlachtschiffen und mehr als 100 kleineren Zerstörern in das Gefecht gezogen.

cr/kle (dpa, afp, spiegel.de)