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Wirtschaft

Fusionsplan von Vonovia gescheitert

Doch kein Mega-Deal auf dem Wohnungsmarkt: Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat nicht genug Anleger von einer Fusion mit Deutsche Wohnen überzeugen können. Die Annahmequote wurde deutlich verfehlt.

Der Immobilienkonzern Vonovia hat sich im Übernahmekampf um seinen kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen aller Voraussicht nach nicht durchsetzen können. Die Mindestannahmequote für die Milliarden-Offerte sei nach vorläufigem Stand nicht erreicht worden, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch in Bochum mit.

Die Annahmequote liegt nach vorläufigen Berechnungen nur bei gut 30 Prozent, wie der Bochumer Konzern am Mittwoch mitteilte. Vonovia hatte zuletzt mindestens 44 Prozent angepeilt und zusätzlich auch die Inhaber von Wandelanleihen im Boot gewähnt. Das endgültige Ergebnis solle am 15. Februar veröffentlicht werden.

Inklusive Schulden wäre der Deal 14 Milliarden Euro schwer gewesen - der größte, den es je auf dem deutschen Wohnungsmarkt gegeben hätte. Bei einem Erfolg von Vonovia hätte ein neuer Immobilienriese mit mehr als 510.000 Wohnungen entstehen können. Der Vorstand der Deutschen Wohnen hatte die Anfang Dezember vorgelegte Übernahmeofferte als feindlich eingestuft und sich seitdem heftig gegen den Plan gewehrt.

Mieterschutzbund erfreut

Für das Scheitern der Übernahmepläne machte Vonovia-Chef Rolf Buch nicht zuletzt die aktuellen Turbulenzen auf den Aktienmärkten verantwortlich. In dieser Situation hätten die großen Anleger andere Themen im Kopf als eine mögliche Fusion zweier grundsolider Immobilieninvestments. Vonovia hatte sich von dem Zusammenschluss Einsparungen in Millionenhöhe etwa durch geringere Verwaltungskosten und Kostenvorteile bei der Instandhaltung der Gebäude erhofft. Deutsche Wohnen hatte dagegen die eigenen Aktionäre vor einer Annahme der Offerte gewarnt. Ein solcher Schritt sei "wertvernichtend". Der Mieterbund Nordrhein-Westfalen zeigte sich erfreut über das Scheitern der Vonovia-Pläne. Der Vorsitzende des Verbandes, Hans-Jochem Witzke sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir meinen, dass eine weitere Konzentration auf dem Wohnungsmarkt den Mietern nicht hilft und auch nicht dazu beiträgt, dass mehr Wohnungen errichtet werden."

zdh/hb (dpa, rtr)