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Pressemitteilungen

Friedrich Schneider: "Wir brauchen wohl in Europa noch Attentate – erst dann wird man zusammenarbeiten"

Volkswirt an der Johannes-Keppler-Universität Linz im Interview von DW-WORLD.DE

"Leider brauchen wir wohl in Europa noch zwei, drei Attentate – erst dann wird man etwas enger zusammenarbeiten." Das sagte Friedrich Schneider, Volkswirt und Co-Rektor der Johannes-Keppler-Universität Linz, anlässlich der Internationalen Konferenz zur Bekämpfung von Terrorismus-Finanzierung in Den Haag (15./16. März) in einem Interview von DW-WORLD.DE. Nach Ansicht Schneiders, dessen Schwerpunktthemen Geldwäsche und Schattenwirtschaft sind, ist die Finanzierung des internationalen Terrorismus nur schwer zu unterbinden. Ursache sei die Uneinigkeit der internationalen Staatengemeinschaft: "Jedes Land arbeitet für sich, es gibt keine funktionierende internationale Zusammenarbeit. Nicht einmal nach Terror-Anschlägen werden die Daten ausgetauscht – geschweige denn, dass es eine Zusammenarbeit der diversen Geheimdienste gäbe." Das sei auch der Grund, warum die International Financial Action Task Force (FATF), die von den G7-Ländern mit der Bekämpfung der Terrorismus-Finanzierung beauftragt wurde, bisher noch keine Erfolge vorweisen könne.

Schneider forderte stärkere internationale Zusammenarbeit und eine Einsatztruppe, die ebenso wendig und flexibel agieren kann wie die Terroristen. "Das Aufheben von Informationssperren würde auch dazu gehören. Daran fehlt es bisher." Die effizienteste Strategie gegen Terrorismus sei letztendlich die Armutsbekämpfung. "Menschen, die Geld verdienen, schmeißen keine Bomben. Es wird zwar weiter Fanatiker geben, die unabhängig von ihrem Einkommen terroristisch handeln, aber es werden viel weniger sein", so Schneider gegenüber dem Internetangebot der Deutschen Welle.
15. März 2006
103/06

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