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Politik

"Friedens-Dschirga" in Afghanistan beendet

Mit einem Aufruf zu Frieden und Zusammenarbeit ist am Sonntag in Kabul die Ratsversammlung hunderter Stammesführer aus Afghanistan und Pakistan beendet worden. Thema war die wachsende Gewalt in der Grenzregion.

Musharraf salutiert bei seiner Ankunft am Flughafen in Kabul, Quelle: AP

Kam doch noch nach Kabul: Pakistans Präsident Pervez Musharraf

Musharraf am Rednerpult vor pakistanischer und afghanischer Flagge, Quelle: AP

Musharraf: "Ein historischer Tag in den Beziehungen beider Länder"

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf, der erst am letzten Tag angereist war, sprach zum Abschluss der so genannten Friedens-Dschirga von einem "historischen Tag in den Beziehungen beider Länder". Er gestand ein, auch Pakistan habe Verantwortung im Kampf gegen die grenzüberschreitende Gewalt der radikal-islamischen Taliban. "Unsere Stammesgebiete unterstützen die Taliban, und es ist unsere Verantwortung, das Grenzgebiet zu kontrollieren."

"Extremistische Minderheit bedroht beide Länder"

Pervez Musharraf (l.) und Hamid Karsai, Quelle: AP

Pervez Musharraf (l.) und Hamid Karsai

Musharraf hat Afghanistan zu einer verbesserten Zusammenarbeit im Kampf gegen den islamischen Extremismus aufgerufen. Die Gesellschaften beider Länder würden von einer extremistischen Minderheit bedroht, die für "Gewalt und Rückwärtsgewandtheit" stehe, sagte er. "Wir müssen unsere Gesellschaften aus dieser Gefahr retten und zusammenarbeiten, bis wir Extremismus und Terrorismus besiegen."

Der afghanische Präsident Hamid Karsai dankte Musharraf und den rund 650 Delegierten, die vier Tage lang in der afghanischen Hauptstadt über den Kampf gegen die Taliban beraten hatten. Die Taliban hatten zum Boykott der Versammlung aufgerufen und das Treffen eine "Verschwendung von Zeit und Geld" genannt.

Schluss mit gegenseitigen Schuldzuweisungen

Ein pakistanischer Stammesführer bei seiner Rede in Kabul, Quelle: AP

Ein pakistanischer Stammesführer bei seiner Rede in Kabul

Musharraf war erst am Sonntag (12.8.) zum Abschluss der Dschirga nach Kabul gekommen. Seine Teilnahme an der Eröffnung hatte er unter Verweis auf Verpflichtungen in Islamabad abgesagt. Die afghanische Regierung wirft Pakistan vor, im Grenzgebiet nicht konsequent genug gegen radikal-islamische Taliban-Kämpfer und Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida vorzugehen. Islamabad weist das stets zurück und macht wiederum die Regierung in Kabul für das Erstarken der Taliban verantwortlich.

Musharraf rief die Teilnehmer in der afghanischen Hauptstadt auf, in Zukunft nicht mehr dem jeweiligen Nachbarland die Schuld an der Gewalt zu geben: "Möge Gott das Misstrauen aus unseren Köpfen und Herzen nehmen und für eine Atmosphäre der Gemeinsamkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit und für Vertrauen sorgen", sagte er.

Musharraf sieht in wachsender Gewalt auch wirtschaftliches Hemmnis

Zum Abschluss der Friedens-Dschirga wurde eine gemeinsame Erklärung mit den Ergebnissen an die Teilnehmer verteilt. Darin wird zum Kampf gegen den Terrorismus aufgerufen und ein entschlosseneres Vorgehen gegen Trainingscamps der Extremisten angemahnt. Auch soll ein afghanisch-pakistanischer Rat für eine engere bilaterale Zusammenarbeit geschaffen werden.

Pakistan und Afghanistan verpassen nach Einschätzung des pakistanischen Präsidenten wegen der zunehmenden Gewalt von Extremisten den Anschluss an die Globalisierung. Musharraf sagte, während die Welt ökonomisch vorankomme, seien die beiden Länder mit einer "besonders dunklen Form" des Terrorismus konfrontiert, die von ausländischen Einflüssen begünstigt werde.

Verwirrung um Geiseln

Verwandte der gekidnappten Südkoreaner verfolgen in Südkorea die Fernsehnachrichten, Quelle: AP

Bangen um koreanische Geiseln geht weiter

Um das Schicksal der in Afghanistan von radikalislamischen Taliban verschleppten 21 Südkoreaner hat am Wochenende Verwirrung geherrscht. Ein Taliban-Kommandant weckte am Sonntag erneut Hoffnungen auf die unmittelbar bevorstehende Freilassung zweier Südkoreanerinnen. Ein Taliban-Sprecher hatte zuvor jedoch erklärt, die Frauen kämen noch nicht frei. In der Provinz Ghasni trafen Unterhändler der Taliban und Südkoreas den dritten Tag in Folge zu Verhandlungen zusammen. (je)

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