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Aktuell Asien

Frieden mit den Taliban?

Versuche, die afghanische Regierung mit den Taliban auszusöhnen, gab es viele. Vertreter Chinas, der USA, Afghanistans und Pakistans trafen sich, um einen neuen Friedensfahrplan zu entwerfen - vorerst ohne Ergebnis.

Pakistanischer Außenminister Sartaj Aziz (Mitte) schüttelt Hände mit afghanischem stellvertretendem Außenminister Hekmat Khalil Karzai (rechts) (Foto: picture-alliance/dpa/APP)

Pakistans Außenberater Sartaj Aziz (m) mit afghanischem stellvertretendem Außenminister Hekmat Khalil Karzai (r)

Inmitten einer Welle der Gewalt am Hindukusch haben Vertreter Afghanistans, Pakistans, Chinas und der USA eine Allianz für den schwierigen Friedensprozess mit den Taliban gebildet. Ziel der Initiative ist es, das Blutvergießen in dem kriegszerrütteten Afghanistan zu beenden. Eine in Islamabad veröffentlichte gemeinsame Stellungnahme blieb vage. Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit direkter Gespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban. Man habe über Optionen und zu erwartende Hindernisse gesprochen und Arbeitsschritte festgelegt. Ein nächstes Treffen sei für den kommenden Montag geplant.

Für Afghanistan nahm der stellvertretende Außenminister Hekmat Karsai teil, für Pakistan Außensekretär Aizaz Ahmed Chaudhry. Die USA und China waren durch ihre Afghanistan-Beauftragten Richard Olsen und Deng Xijun vertreten. Schnelle Resultate erwarten die Teilnehmer von der Initiative offenbar nicht. Der pakistanische Außenberater Sartaj Aziz warnte in seiner Eröffnungsansprache: "Wir müssen Anreize für die Taliban entwickeln, keine Gewalt mehr anzuwenden" - aber das sei eine komplexe Aufgabe. "Wir sollten keine überzogenen Erwartungen haben." Außerdem scheint es unterschiedliche Vorstellungen zum weiteren Vorgehen zu geben. Am Tag vor dem Treffen hatte das afghanische Außenministerium laut dem Sender Tolo News gesprächsunwilligen Taliban militärische Konsequenzen angedroht. Der Pakistaner Aziz wiederum sagte, es sei kontraproduktiv, Drohungen auszusprechen oder Vorbedingungen zu stellen.

Interne Machtkämpfe

Taliban-Vertreter waren bei der Konferenz in Islamabad nicht dabei. Vor dem Treffen hatten einige von Medien befragte Taliban gesagt, sie seien bereit für Gespräche. Andere hatten das abgelehnt. Seit der Machtübernahme des neuen Talibanchefs Mullah Achtar Mansur ist die Bewegung fragmentiert. Zuletzt waren Gespräche im Juli gescheitert, nachdem der Tod des langjährigen Talibanführers Mullah Omar bekanntgeworden war. Das stürzte die Extremisten in interne Machtkämpfe. Fast täglich verüben die radikal-islamischen Taliban derzeit Anschläge. Allein in der ersten Hälfte 2015 gab es laut Vereinten Nationen (UN) fast 5000 zivile Opfer - die höchste Zahl seit Beginn der Zählung durch die UN.

pab/gri (ap,dpa)