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Wirtschaft

Fraport auf weltweitem Expansionskurs

Die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, Fraport, hat 2004 ihr bisher bestes Ergebnis vorgelegt: Nach dem Börsengang 2001 ist sie stärker im Ausland aktiv und erzielt damit rekordverdächtige Gewinne.

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Der Menschenandrang am Frankfurter Flughafen ist groß

Fraport gelang es im Jahr 2004, die Zahl der Passagiere am Frankfurter Airport erstmals über die 50-Millionen-Grenze ansteigen zu lassen, genauer auf 51,1 Millionen. Und auch bei der Fracht erzielte Fraport das beste Ergebnis in der Geschichte des Flughafens: 1,75 Millionen Tonnen bedeuteten im Vergleich zu 2003 einen Zuwachs von 13,1 Prozent.

Flughafen Frankfurt Hahn

Fraport betreibt auch den Flughafen Frankfurt Hahn im Hunsrück

Die Erfolge machten sich auch beim Gewinn bemerkbar: Mit knapp 150 Millionen Euro nach Steuern verzeichnete der Konzern, der auch den Flughafen Hahn im Hunsrück betreibt, einen Rekordüberschuss. Fraport ist seit 2001 an der Börse und verstärkt seitdem die Auslandsaktivitäten.

Vorbereitungen für den "Giganten der Lüfte"

Es steht außer Frage, dass das Großraumflugzeug Airbus A 380 auf dem größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main landen und starten wird. Dazu bedarf es allerdings einer erweiterten Landebahn, eines neuen Terminals sowie einer Werfthalle für den "Giganten der Lüfte". Um alle Voraussetzungen zu erfüllen, muss Fraport, Europas zweitgrößter Flughafenbetreiber nach der British Airport Authority in London, noch viele Hürden nehmen. Da geht es um Waldrodungen, gegen die Umweltschützer Sturm laufen, und da geht es um Einsprüche vieler hunderttausender Menschen im Rhein-Main-Gebiet, die einen Landebahn-Ausbau verhindern wollen. Auch das alles gehört zu den Herausforderungen eines Betreibers, der für einen Flughafen von der Größe einer Stadt zuständig ist und der rund 13.000 von den insgesamt etwa 65.000 Mitarbeitern in Frankfurt selbst beschäftigt.

Wissen im Ausland weitergeben

Seit 1924 ist Fraport am Standort Frankfurt als Betreibergesellschaft aktiv, in Flug- oder Terminalbetrieb, Immobilien- oder Flächenvermarktung. In den letzten Jahren bietet der Konzern sein Know-How immer öfter weltweit an. So ist das Unternehmen, wie Andrea Pal vom Management berichtet, mittlerweile an den Flughäfen im peruanischen Lima und im türkischen Antalya beteiligt. Für acht Jahre hat Fraport den Betrieb des Flughafens in Kairo übernommen und schult die ägyptischen Kollegen. "Wenn das Trainingsprogramm anläuft, werden Gruppen von ägyptischen Managern nach Frankfurt kommen", erklärt Pal. "Sie werden in Strategie-Themen eingeführt und ihnen werden Geschäftsentwicklungen erklärt."

Ein Lufthansa Flugzeug startet vom Frankfurter Flughafen

Reger Flugverkehr am Airport Frankfurt am Main

Zudem werde sich Fraport an internationalen Ausschreibungen beteiligen, denn schon in nächster Zeit stünden Teilverkäufe der Großflughäfen Delhi und Budapest an, berichtet Andrea Pal. Eine enge Zusammenarbeit gebe es darüber hinaus seit langem mit Tokio. "Die Kollegen in Narita wollen jetzt auch an die Börse gehen und möchten von uns wissen, wie wir unseren Börsengang 2001 bewältigt haben."

Absturz in Manila

Nicht immer laufen die Geschäfte allerdings so reibungslos. Der größte Misserfolg von Fraport heißt Manila. Dort hat das Unternehmen im Jahr 2003 fast 300 Millionen Euro abschreiben müssen. Der Flughafenterminal in der philippinischen Hauptstadt, an dessen Bau Fraport beteiligt war, sollte für den Konzern ein Aushängeschild seiner internationalen Aktivitäten werden. Doch das Milliarden-Projekt wurde kurz vor der Eröffnung gestoppt, weil die neue Regierung in Manila die Verträge mit dem Bau- und Betreiberkonsortium nicht anerkannte. Fraport habe viel Geld verloren, sagt Andrea Pal, aber einiges dazugelernt. "Man kann nie ganz sicher sein, dass sich die anderen Parteien an die Regeln halten", macht sie deutlich. "Nichtsdestotrotz sind wir nun sehr bedacht darauf, dass wir bei Neuengagements aufmerksam unsere Partner aussuchen und die Verträge klarer ausformulieren."

Zukunftsvisionen und Stolpersteine

Nicht funktionieren will die Übernahme des Managements für den internationalen Flughafen Scheremetjewo in Moskau. Bereits seit Jahren gibt es Kontakte und Gespräche - und Fraport würde zu gerne mit den Verantwortlichen ins Geschäft kommen. Der schlechte Zustand des Flughafens könnte eine geschäftliche Möglichkeit darstellen. Doch Pal glaubt nicht mehr an eine Zusammenarbeit. Als Ursache nennt sie die permanenten Wechsel im Management und die sich ständig wandelnden politischen Interessen.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber will aber auch weiter in die Schifffahrt einsteigen. Die zum Konzern gehörende Tochter International Consultants on Targeted Secrurity (ICTS) wolle ihren Sicherheitsservice auch dort anbieten, sagt Andrea Pal. Bereits 2004 hatte die ICTS in Bremerhaven begonnen, an einem Kreuzfahrtterminal Passagiere und Gepäck zu kontrollieren. ICTS habe erkannt, dass sich im Bereich der Sicherheitsdienstleistungen ein neuer Markt öffnen werde, so Pal. "Jetzt sind wir intensiv damit beschäftigt, die Produkte unserer Dienstleistung entsprechend aufzustellen und zu erweitern, sobald sich die Märkte öffnen." Dies wird wohl zwangsläufig geschehen, da sich die Sicherheitsbestimmungen für den internationalen Fährverkehr und für Kreuzfahrtschiffe verschärfen werden.

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