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Terrorismus

Frankreich trotzt dem Terror

Seit den Pariser Anschlägen vor einem Jahr gilt in Frankreich der Ausnahmezustand - die Feiern zum letzten Jahreswechsel waren auf ein Minimum reduziert. Jetzt soll wieder groß gefeiert werden. Wie rüstet sich das Land?

Angesichts der Terrorgefahr mobilisiert Frankreich am Wochenende ein Großaufgebot der Sicherheitskräfte zum Schutz der Silvesterfeiern. Im ganzen Land seien fast 100.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz, sagte Innenminister Bruno Le Roux.

Besonderer Fokus auf Paris

Allein in Paris und Umgebung sollen 7000 Polizisten und Soldaten die Feiern schützen. Besonders strenge Vorkehrungen gibt es am Samstag rund um den Prachtboulevard Champs-Élysées, wo zum Jahreswechsel mehr als 600.000 Besucher erwartet werden. Der Partybereich ist von drei Kilometer langen Schutzbarrieren umgeben. Wie die Polizei mitteilte, werden Betonklötze, Einsatz-Fahrzeuge und Barrieren als Hindernisse die Zufahrten versperren. Das soll einen Anschlag mit einem Lastwagen wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt und im Sommer in Nizza verhindern. Besucher müssen zudem ihre Taschen vorzeigen, wenn sie das Gelände betreten wollen.

Frankreich Paris - Polizeiaufgebot am Eifelturm (Getty Images/AFP/D. Faget)

In Paris sind seit den Terroranschlägen mehr Polizisten zu sehen (Archivbild)

Es soll gefeiert werden

Frankreich war in den vergangenen zwei Jahren Ziel mehrerer islamistischer Anschläge, seit der Pariser Terrornacht vom 13. November 2015 gilt im Land der Ausnahmezustand. Zudem kam es in Silvesternächten immer wieder zu Ausschreitungen in den Vorstädten von Paris, bei denen etwa Autos angezündet wurden.

Vergangenes Jahr waren die Silvesterfeiern in der französischen Hauptstadt als Reaktion auf die Pariser Anschläge auf ein Minimum reduziert worden. Das große Feuerwerk wurde nach den islamistischen Attacken mit 130 Toten abgesagt. Dieses Jahr soll wieder größer gefeiert werden. Dennoch: Frankreichs Polizeichef Jean-Marc Falcone hatte erst vor Kurzem in einem Zeitungsinterview gesagt, die Terrorbedrohung im Land sei weiterhin "sehr hoch".

Europas Großstädte rüsten auf

Auch in den anderen europäischen Metropolen verstärkt die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen zu Silvester. So werden in Berlin etwa die Feiermeile den Behörden zufolge mit gepanzerten Fahrzeugen und Betonklötzen gesichert, Polizisten tragen Maschinengewehre, bis zu 1800 zusätzliche Beamte sind im Dienst. Neben der Anschlagsgefahr gilt das Augenmerk nach den Vorfällen von Köln zudem verstärkt der Verhinderung sexueller Übergriffe. In Wien will die Polizei tausende kleiner Taschenalarme an Frauen verteilen, die diese im Notfall aktivieren können. In Köln selbst wurden neue Überwachungskameras installiert. 

chr/jj (afp, dpa)

 

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