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Europa

Flugverkehr in Spanien normalisiert sich

Der Fluglotsenstreik in Spanien ist zu Ende, die Situation an den Flughäfen normalisiert sich wieder. Die Aktion wird Folgen haben, ist in Madrid zu hören. Die Staatsanwaltschaft will gegen die Fluglotsen vorgehen.

Wartende Passagiere auf spanischem Flughafen (Foto: AP)

Die Fluglotsen in Spanien arbeiten wieder

Einen Tag nach dem wilden Streik spanischer Lotsen haben am Sonntag (05.12.2010) noch Zehntausende von Reisenden auf Flughäfen in Spanien und anderen europäischen Ländern festgesessen. Auf den großen spanischen Airports in Madrid, Barcelona sowie auf Mallorca und den Kanaren starteten wieder Flugzeuge, aber es gab beträchtliche Verspätungen. Einige Flugverbindungen wurden gestrichen. "Die Flugpläne sind noch durcheinander", sagte ein Sprecher des Tourismuskonzerns TUI. Es herrsche ein "organisiertes Chaos".

Ein nicht angekündigter Lotsenstreik hatte den Flugverkehr in Spanien am Freitag und Samstag 24 Stunden lang zum Erliegen gebracht. Etwa 4400 Flüge mussten gestrichen werden, der spanische Luftraum wurde fast komplett geschlossen.

Reisende saßen fest

650.000 Reisende saßen fest. Viele davon ließen sich auf andere Flüge umbuchen und nahmen dabei lange Wartezeiten in Kauf. Spaniens Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba sagte, eine vollständige Normalisierung des Flugverkehrs werde wohl erst am Montag erreicht. Die Regierung werde dafür sorgen, dass ein solches Chaos sich nicht wiederholen werde.

Der spanische Regierungschef Zapatero (Foto: AP)

Griff durch: Spaniens Ministerpräsident Zapatero

Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte das Militärrecht genutzt, um dem wilden Streik ein Ende zu setzten. Er verhängte erstmals seit dem Ende der Franco-Diktatur (1939-1975) den Alarmzustand und unterstellte die Regulierung des zivilen Flugverkehrs dem Kommando des Militärs. Bei einer Fortsetzung des Streiks wären die Lotsen vor Militärgerichte gestellt worden, wo ihnen langjährige Haftstrafen gedroht hätten. Der Alarmzustand soll übrigens noch zwei Wochen in Kraft bleiben. Für eine Verlängerung ist dann die Zustimmung des Parlaments erforderlich.

Verfahren gegen die Streikenden

Am Sonntag erschienen die Lotsen in den Kontrolltürmen wieder zur Arbeit. Dennoch wird Spanien die Streikenden zur Verantwortung ziehen. "Der Ausstand wird Konsequenzen haben", sagte der Innenminister. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Teilnehmer des Streiks ein. Die Flughafengesellschaft AENA greift zu Disziplinarverfahren.

Die Tourismus-Branche beklagte, dass ihr durch das Chaos Verluste in Millionenhöhe entstanden seien. Außerdem habe der Streik dem Ruf Spaniens als Reiseland enormen Schaden zugefügt. Auch rund 14.000 Gäste deutscher Reiseveranstalter saßen in Spanien fest. Dazu gehörte auf der Kanaren-Insel La Palma nach Agenturberichten auch eine Hamburger Reisegruppe, der erst für Mittwoch ein Rückflug angeboten wurde.

Wartende Passagiere am spanischen Flughafen (Foto: AP)

Gestrandete Passagiere am Flughafen

Grundsätzlich bemühten sich die Reise- und Fluggesellschaften aber, in Spanien festsitzende Urlauber zurückzuholen. Die Fluglinie Air Berlin setzte dazu Sondermaschinen ein. Auf Mallorca waren 1500 und auf den Kanaren 4500 Fluggäste der Linie betroffen. Die TUI holte nach eigenen Angaben bis Sonntag 7000 ihrer Urlauber zurück, die am Samstag in Spanien auf ihre Rückflüge gewartet hatten. Auch bei der Lufthansa normalisierte sich der Flugverkehr wieder. Es habe am Sonntag nur noch einzelne Verspätungen gegeben, sagte ein Sprecher.

Die Fluglotsen hatten mit dem Streik auf einen Beschluss der Regierung reagiert, die eine neue Regelung für die Dienstzeiten eingeführt hatte. Madrid hatte zuvor bereits die Gehälter der spanischen Lotsen gesenkt, die nach Angaben der Regierung die bestbezahlten in Europa sind. Zapatero will nun auch die Großflughäfen in Madrid und Barcelona teilweise privatisieren.

Autor: Marko Langer (mit dpa, afp, rtr)
Redaktion: Ulrike Quast

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