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Aktuell Deutschland

Flugdatenschreiber des Germanwings-Airbus gefunden

Neun Tage nach dem Absturz eines Germanwings-Airbus in Frankreich haben die Rettungskräfte die zweite Black-Box gefunden. Düsseldorfer Ermittler entdecken Hinweise auf Selbstmordpläne des Co-Piloten.

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Ein Gepräch zur Bedeutung des Flugschreibers und der Motivation des Piloten

Einsatzkräfte haben an der Absturzstelle in den französischen Alpen den zweiten Flugdatenschreiber des Airbus A320 gefunden. Das bestätigte der mit den Ermittlungen befasste Marseiller Staatsanwalt Brice Robin. Die gespeicherten Daten ließen sich vermutlich auswerten, sagte Robin. Der Zustand des Geräts lasse darauf hoffen. Der Flugdatenschreiber sei verschüttet gewesen. Nach dem Gerät war bisher vergeblich gesucht worden. Die zweite Blackbox könne weiteren Aufschluss über die Abläufe im Airbus A320 geben.

Ein Flugdatenschreiber (Flight Data Recorder, kurz FDR) ist ein Speichergerät, das kontinuierlich alle wichtigen Betriebsdaten eines Flugzeugs wie Höhe, Geschwindigkeit, Kurs und Triebwerksleistung aufzeichnet. Der FDR erhält von der Elektronik des Jets auch Meldungen über das Ein- und Abschalten einzelner Teilsysteme wie dem Autopiloten. Durch das Speichern von GPS-Daten gibt es zudem Auskunft über den genauen Ort eines Unglücks - auch wenn die Trümmer wie im Fall der Germanwings-Maschine weit verstreut sind. Moderne Geräte können tausende Parameter aufzeichnen.

Voice-Recorder schon am Absturztag gefunden

Ein FDR muss gemäß internationaler Vorschriften in jedem Verkehrsflugzeug vorhanden sein und mindestens die Daten der letzten 25 Stunden speichern. Zusammen mit dem technisch ähnlich aufgebauten Stimmenrekorder, der Geräusche und Gespräche im Cockpit aufzeichnet, ist er meist im Heck verbaut, weil dort bei Abstürzen in der Regel geringere Kräfte wirken. Die Geräte müssen Signalfarben haben, also etwa orange oder gelb sein.

Der Voice-Recorder war bereits am ersten Tag gefunden worden. Durch dessen Auswertung hatten die Ermittler die mutmaßlichen Abläufe in der Maschine teilweise rekonstruieren können. Danach hatte Co-Pilot Andreas L. den Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert. Bei dem Absturz kamen alle 150 Insassen des Germawings-Airbus ums Leben, darunter auch 72 Deutsche.

Co-Pilot sucht im Internet nach Selbsttötungsmöglichkeiten

Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte, hat sich der Co-Pilot vor dem Absturz im Internet über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. Auch nach Sicherungsmechanismen von Cockpittüren habe er gesucht. Dies habe die Auswertung eines in seiner Düsseldorfer Wohnung entdeckten Tablet-Computers ergeben.

Den Angaben zufolge informierte sich der Co-Pilot im Internet auch über medizinische Behandlungsmöglichkeiten. Die Ermittler konnten demnach den Browserverlauf für die Zeit vom 16. bis 23. März nachvollziehen. Der Absturz ereignete sich am 24. März.

gmf/se (afp, dpa)

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