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Europa

Fipronil-Eier auch in Spanien aufgetaucht

Der Skandal um mit Insektenbekämpfungsmittel belastete Eier weitet sich nach Nordspanien aus. Doch die Bundesregierung will offenbar die Rezeptpflicht für einige Fipronil-haltige Präparate aufheben.

Nun auch im Baskenland: In der Provinz Bizkaia im Norden Spaniens wurden 20 Tonnen Flüssig-Ei entdeckt, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Wie die Zeitung "El Mundo" unter Berufung auf das baskische Gesundheitsministerium berichtet, stammt die Lieferung aus Frankreich und ging an das Unternehmen Vizcaya. Die pasteurisierten Eier sollen in den kommenden Tagen vernichtet werden.

Die spanischen Behörden teilten mit, es würden auch weiterhin ständig Kontrollen durchgeführt. Für die Verbraucher habe nie ein Risiko bestanden. Die Agentur für Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit und Ernährung (Aecosan) beeilte sich klarzustellen, dass - anders als in anderen EU-Staaten - in Spanien keine kontaminierten Produkte in den Handel gelangt seien.

Eiervernichtung in den Niederlanden (picture-alliance/dpa/Huisman Media)

Eiervernichtung (in den Niederlanden): Fibronil-Belastung durch Stallreinigung

Damit sind jetzt 17 europäische Länder und Hongkong betroffen. Das Insektenbekämpfungsmittel war vermutlich illegal bei Reinigungsarbeiten in Hühnerställen eingesetzt worden und so in die Eier gelangt.

Deutschland plant Änderung der Verschreibungspflicht

Inmitten des Eierskandals will die Bundesregierung offenbar ausgerechnet die Rezeptpflicht für einige fipronilhaltige Tiermedikamente aufheben. Eine entsprechende Änderung der Arzneimittelverschreibungsordnung hätten das Bundesgesundheits- und das Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegt, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Christian Meyer (picture-alliance/dpa/S. Stein)

Landesagrarminister Meyer: "Fipronil muss europaweit verboten werden"

Der Bundesrat könnte über die Neuregelung noch im September abstimmen. 27 Medikamente mit dem Insektizid als Bestandteil wären demnach künftig frei verkäuflich. Die fraglichen Arzneien sind laut dem Zeitungsbericht für den Einsatz bei Hunden und Katzen gedacht.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) reagierte mit Unverständnis auf die Freigabepläne. "Fipronil muss europaweit verboten werden, für den Verbraucherschutz, für den Umweltschutz und zum Schutz der Tiere - und aus Sorge um unsere Bauern, die plötzlich unverschuldet in eine existenzielle Notlage geraten", sagte er.

Entscheidung vom Januar

Laut NOZ geht die geplante Freigabe auf ein Expertenvotum vom vergangenen Januar zurück - also lange, bevor der Skandal der europäischen Öffentlichkeit bekannt wurde. Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte habe vor einem halben Jahr sein Okay für das Ende der Apothekenpflicht bei diesen 27 Präparaten gegeben.

Die deutschen Verbraucher reagieren bislang gelassen auf den Fipronil-Skandal. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab, essen 65 Prozent der Erwachsenen in Deutschland weiterhin so viele Eier wie früher. Doch immerhin ein Viertel der Befragten nimmt lieber Abstand: 16 Prozent essen dadurch weniger Eier als üblich, zehn Prozent essen gar keine mehr.

AR/jj (AFP, dpa, El Mundo, NOZ)

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