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Kultur

Filmgeschichte: Nouvelle Vague auf Belgisch

1967 bekam der Film den Goldenen Bären der Berlinale: "Le départ" mit Jean-Pierre Léaud ist ein Wiedersehen wert.

Den Filmfestspielen in Berlin wirft man ja häufig vor, dass im Wettbewerb um den Goldenen Bären viele verzichtbare Werke laufen. An einige der früheren Preisträger erinnert man sich kaum noch. Und auch der Sieger des Jahrgangs '67 dürfte heute den meisten nicht mehr bekannt sein. "Le départ" (dt. Titel "Der Start") war eine belgische Produktion, inszeniert vom polnischen Regisseur Jerzy Skolimowski - und ist jetzt in der Reihe "Edition Cinéma Français" beim Anbieter "FilmConfect" erschienen. Dass der Film so lange vergessen war, ist erstaunlich. Hauptdarsteller Jean Pierre Léaud ist immerhin einer der Protagonisten der Nouvelle Vague und ein Kultstar des französischen Kinos.

Nach einem knappen halben Jahrhundert wiedergesehen, bietet "Le départ" heute vor allem eines: Man kann mit ihm tief eintauchen in das Lebensgefühl der 1960er Jahre. Zwischen Pop-Ästhetik und filmischem Aufbruch, zwischen anarchistischem Witz und frechem Aufstand gegen das Establishment ist Skolimowskis Film angesiedelt. Léaud spielt hier einen Friseurlehrling, der unbedingt an einem Autorennen teilnehmen will. Ein schwarzer Porsche hat es ihm angetan. Doch allerlei Missgeschicke stehen der Teilnahme des jungen Autonarren im Wege. "Le départ" schwankt zwischen albernen Späßen und surrealem Humor. Kein großer Nouvelle-Vague-Klassiker à la Jean-Luc Godard oder François Truffaut - aber immerhin eine belgische Variante der filmischen Aufbruchsbewegung der 1960er Jahre. Den Juroren der Berlinale hat es damals gefallen.

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