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Welt

Fieberhafte Suche in der "Costa Concordia"

Für die Rettungstaucher am Wrack des Kreuzfahrtschiffes ist die Suche nach Vermissten ein Wettlauf gegen die Zeit. Sturm droht die Arbeiten zu behindern. Weitere Todesopfer wurden identifiziert, der Kapitän suspendiert.

Das Wrack der Costa Concordia vor der italienischen Küste (Foto: dapd)

Die Suche nach Vermissten geht weiter

Auch am sechsten Tag nach dem Schiffsunglück der "Costa Concordia" suchen die Bergungsmannschaften weiter nach 21 vermissten Menschen. Doch starker Wind und hohe Wellen sollen aufziehen, die das Schiff vor der toskanischen Insel Giglio weiter sinken lassen können. Das würde die Suche nach Vermissten erheblich erschweren. Die Taucher konzentrierten sich am Donnerstag (19.01.2012) auf einen Fluchtweg auf dem vierten Deck, wie die Marine erklärte. Dieser Bereich des Schiffes liegt etwa 18 Meter unter der Meeresoberfläche.

Die Behörden identifizierten am Donnerstag weitere Todesopfer. Bei zwei Toten handele es sich um einen Mann und eine Frau aus Frankreich, erklärte der Krisenstab in Grosetto. Namentlich identifiziert sind auch ein Besatzungsmitglied aus Peru, ein Passagier aus Italien und zwei weitere Passagiere aus Frankreich. Das spanische Außenministerium teilte mit, auch ein 68-Jähriger aus Mallorca sei getötet worden. Das ungarische Außenministerium erklärte, ein 38-jähriger Bordmusiker aus Ungarn sei getötet worden. Seit dem Unglück am Freitag wurden insgesamt elf Todesopfer bestätigt.

Reederei suspendiert Kapitän

Hubschrauber am Wrack der Costa Concordia (Foto: dapd)

Hubschrauber für die Rettungsarbeiten

Die Reederei Costa Crociere suspendierte den Kapitän Francesco Schettino mit sofortiger Wirkung vom Dienst, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Das Reiseunternehmen werde den Kapitän auch nicht verteidigen, sagte Costa-Anwalt Marco De Luca, in Grosseto.

Die Angst vor einer Umweltkatastrophe wächst unterdessen. Im Wrack befinden sich mehr als 2300 Tonnen Diesel- und Schweröl. Der italienische Umweltminister Corrado Clini sagte, dass wegen der Verschlechterung des Wetters das Wrack weiter sinken und der Rumpf dabei so beschädigt werden könnte, dass Treibstoff austritt. Das Abpumpen werde mindestens zwei Wochen dauern und könne erst beginnen, wenn die Rettungsarbeiten abgeschlossen sind. Clini kündigte ein Gesetz an, dass gefährliche Routen für Kreuzfahrtschiffe verbieten soll.

Autorin: Naima El Moussaoui (dapd, dpa, rtr)

Redaktion: Dirk Eckert

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