1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Festnahmen nach "Terrorangriff" auf Sikh-Tempel

Bei dem Anschlag auf ein Gebetshaus der Sikh am vergangenen Samstag in Essen handelt es sich offenbar um einen islamistischen "Terrorakt". Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest, deren Alter Anlass zur Sorge gibt.

Die beiden in der Nacht zu Donnerstag festgenommenen mutmaßlichen Täter sind erst 16 Jahre alt. Einer von ihnen habe sich freiwillig gestellt, der andere sei in seinem Elternhaus festgenommen worden, sagte Polizeipräsident Frank Richter in Essen.

Deutschland Essen PK zu Anschlag Gebtshaus Sikh Frank Richter

Polizeipräsident Richter: Anschlag war "islamistischer Terrorakt"

Die Festnahmen seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung in den nordrhein-westfälischen Nachbarstädten Gelsenkirchen und Essen erfolgt. Die Polizei hatte mit Fahndungsfotos nach den Verdächtigen gesucht. Beide Jugendliche räumten demnach die Tat teilweise ein.

Islamistischer Hintergrund

Sie sollen am vergangenen Samstag einen Sprengsatz in ein Gebetshaus der Sikhs geworfen haben. Die Bombe war im Eingangsbereich des Religionszentrums detoniert und hatte drei Menschen verletzt, einen davon schwer.

Nach den bisherigen Erkenntnissen handelt es sich laut Polizeipräsident Richter um einen "Terrorakt". Die beiden jungen Männer hätten einen "islamistischen Hintergrund" und "einen klaren Bezug zur Terrorszene". Ob sie mit einer bestimmten Organisation sympathisieren, sagte der Polizeichef nicht. Er rechne jedoch mit weiteren Festnahmen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger erklärte, die Polizei in seinem Bundesland gehe entschlossen gegen "salafistische Extremisten" vor. Der Fahndungs- und Ermittlungsdruck in Nordrhein-Westfalen sei hoch.

Am Donnerstagabend wurde ein weiterer junger Mann in Gewahrsam genommen, der möglicherweise in Verbindung mit dem Anschlag steht. Das teilte eine Polizeisprecherin mit. Ob und inwiefern der Mann Kontakt zu den beiden 16-Jährigen hatte, werde derzeit geprüft.

mak/sti (dpa, afp)