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Aktuell Amerika

Festnahmen nach Protesten in Ferguson

Die US-Kleinstadt Ferguson kommt nicht zur Ruhe: Zwar verliefen die jüngsten Proteste in dem Vorort von St. Louis vergleichsweise friedlich, es gab jedoch auch einige Störaktionen und fast 50 Festnahmen.

Trotz mehrerer Störaktionen ist es in der von Unruhen erschütterten US-Kleinstadt Ferguson im Bundesstat Missouri in der Nacht zum Mittwoch weitgehend ruhig geblieben. Stundenlang hatten Hunderte Protestler friedlich in dem Vorort von St. Louis demonstriert und Gerechtigkeit für den getöteten Jugendlichen Michael Brown gefordert.

Es flogen weder Molotowcocktails, noch ging die Polizei mit Blendgranaten oder Tränengas vor. Bei einem kurzen Zusammenstoß mit Demonstranten setzte die Polizei Pfefferspray ein. Nachdem vereinzelt Wasserflaschen aus der Menge in Richtung Polizei geworfen wurden, zogen die Sicherheitskräfte gezielt Unruhestifter aus dem Verkehr. Insgesamt wurden 47 Personen festgenommen und mehrere Waffen beschlagnahmt. Davon abgesehen habe es aber keine größeren Ausschreitungen und Zwischenfälle wie an den Vortagen gegeben, erklärte die Polizei am Mittwochmorgen. Insgesamt seien deutlich weniger Demonstranten auf die Straßen gegangen.

Nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt war zuvor ein 23-jähriger Afroamerikaner von der Polizei erschossen worden, was die Sorge vor einer Eskalation genährt hatte. Der Verdächtige habe die Polizisten mit einem Messer bedroht und ihnen zugerufen, sie sollten ihn erschießen. Nachdem der Mann trotz mehrfacher Aufforderung sich geweigert habe, sein Messer fallen zu lassen, hätten zwei Sicherheitsbeamte das Feuer auf ihn eröffnet, lautete die Darstellung der Polizei. Der Vorfall habe sich am Dienstagnachmittag (Ortszeit) ereignet.

Justizminister Holder informiert sich vor Ort

In der Kleinstadt hatte ein weißer Polizist am 9. August unter noch ungeklärten Umständen einen 18-jährigen Schwarzen erschossen. Der Fall löste gewaltsame Proteste und eine erneute Rassismusdebatte in den USA aus. Auch eine Ausgangssperre und ein Appell von US-Präsident Barack Obama zum Verzicht auf Gewalt konnten nicht verhindern, dass es seither immer wieder zu Ausschreitungen kam.

Noch am Mittwoch wird Justizminister Eric Holder in Ferguson erwartet. Er will sich vor Ort über die Lage informieren. Er versprach eine "umfassende, gerechte und unabhängige" Untersuchung zum Tod von Michael Brown. Auch das Justizministerium und die Bundespolizei FBI ermitteln in dem Fall. Eine sogenannte Grand Jury will derweil erste Zeugen in dem Fall anhören. Die Familie des Jugendlichen verlangt, dass der Schütze wegen Mordes angeklagt wird. Der 28-jährige Polizist wurde Medienberichten zufolge inzwischen vom Dienst befreit.

Trauerfeier am Montag

Laut einem ersten Obduktionsergebnis wurde Brown von sechs Schüssen getroffen. Der Schütze hatte angegeben, dass Brown nach seiner Waffe gegriffen habe. Zeugen berichteten hingegen, der Jugendliche habe dem Polizisten mit erhobenen Händen gegenübergestanden.

Brown soll am Montag beerdigt werden, wie der Anwalt der Familie, Benjamin Crump, ankündigte. Die Trauerfeier sei öffentlich. Auch ranghohe Vertreter der Bundespolitik würden dazu erwartet.

re/mak (afp, dpa, rtr)