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Fußball

Favoriten, die keine sein wollen

Die Bundesliga startet an diesem Wochenende in ihre 50. Saison. Wirtschaftlich geht es der Liga blendend, sportlich wird es spannend: Erwartet wird ein Meister-Duell zwischen Borussia Dortmund und Bayern München.

Keiner will der Favorit sein. Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp scheint es sich zum Hobby gemacht zu haben, tiefzustapeln. "Es gibt nur einen Verein, für den es die einzige Möglichkeit ist, erfolgreich zu sein, das ist Bayern München", sagt Klopp. "Ich freue mich einfach, dass wir dabei sind." Doch die Münchner spielen den Ball an die Dortmunder zurück. "Wenn eine Mannschaft zweimal hintereinander Meister wird, kann sie die Favoritenrolle nicht abstreiten", findet Bayern-Trainer Jupp Heynckes. "Aber natürlich werden wir Borussia Dortmund attackieren und alles daransetzen, dass wir wieder den Titel nach München holen."

Matthias Sammer (Foto: Reuters)

Der neue Sportdirektor Matthias Sammer soll den Erfolg nach München zurückbringen

Viel investiert

Die Bayern haben tief in die Tasche gegriffen, um endlich wieder eine Trophäe nach München zu holen. Fast 60 Millionen Euro investierten sie in neue Spieler, vorausgesetzt der Wechsel des spanischen Welt- und Europameisters Javier Martinez an die Isar scheitert nicht noch in letzter Minute. Kommt er zustande, wäre das mit einer Ablösesumme von 40 Millionen Euro der teuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte. Mit dem neuen Sportdirektor Matthias Sammer soll die nun schon zwei Jahre andauernde Titelflaute zu Ende gehen. "Wir sind sehr glücklich mit ihm, er macht einen guten Job", lobt Clubchef Karl-Heinz Rummenigge. Doch auch die Dortmunder haben nicht geschlafen. Mit Deutschlands "Fußballer des Jahres", Marco Reus, verpflichteten sie einen Superstar.

Gelingt Dortmund der Dreier?

Kein Wunder, dass die meisten Experten einen Zweikampf zwischen dem BVB und den Bayern erwarten. Allenfalls Außenseiterchancen werden dem FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach eingeräumt, dem Dritten und Vierten der vergangenen Saison. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus traut den Dortmundern durchaus die Titelverteidigung zu: "Wenn bei Bayern keine Ruhe reinkommt, wird es Dortmund wieder schaffen." Drei Meisterschaften in Folge haben in der Bundesliga-Geschichte bisher nur die Münchner (1972-74, 1985-87, 1999-2001) und Borussia Mönchengladbach (1975-77) geschafft. Der frühere Bayern-Star Paul Breitner findet es geradezu "lächerlich und kindisch", dass sich die Dortmunder nach dem Double der vergangenen Saison immer noch aus der Favoritenrolle herausreden wollen. Breitner glaubt jedoch, dass diesmal die Bayern das bessere Ende für sich haben werden. Für Reinhard Rauball, den Präsidenten des BVB und Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), ist das Rennen völlig offen. Es sei "eine der Stärken der Liga, dass jeder jeden schlagen kann".

Dortmunder Spieler feiern die achte Meisterschaft der Vereinsgeschichte (Foto: dpa)

Dürfen Dortmunds Spieler zum dritten Mal in Serie feiern?

Dauerkarten-Rekord

Die Fans freuen sich auf die Bundesliga-Jubiläumssaison. Für die 50. Spielzeit der deutschen Eliteklasse gingen mehr als 482.000 Dauerkarten über den Tisch, so viele wie nie zuvor. Zuschauerkrösus ist wie in den vergangenen Jahren Dortmund mit 54.000 Jahreskarten vor Schalke (43.195) und Bayern (38.000). Aber auch andernorts herrscht Fußball-Euphorie. Aufsteiger Fortuna Düsseldorf setzte 31.000 Dauerkarten ab und katapultierte sich mit diesem Vereinsrekord auf Platz vier dieser Rangliste.

Rauball: "Fankultur gegen Randalierer schützen"

Die Bundesliga boomt auch wirtschaftlich. Mit einem Gesamtumsatz von zwei Milliarden Euro liegt sie inzwischen in Europa auf Platz zwei: hinter der englischen Premier League, aber vor den Ligen Spaniens und Italiens. Jeder zweite Bundesliga-Verein freute sich jüngst in einer Umfrage über einen "hohen Gewinn". Die Verantwortlichen der Clubs rechnen mit einem Einnahme-Plus von durchschnittlich sieben Prozent.

Doch bei allem Licht liegt auch immer noch ein Schatten über der Bundesliga: die Gewalt in den Stadien. DFL-Chef Rauball will sich damit nicht abfinden: "Die Bundesliga hat den höchsten Zuschauerschnitt aller Ligen in der Welt und eine einzigartige Fankultur. Diese gilt es zu schützen gegen eine kleine Zahl unbelehrbarer Randalierer."

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