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Politik

Fast eine Liebesbeziehung

Am Anfang war es keine Liebesbeziehung. Als George W. Bush die amerikanischen Präsidentschaftswahlen gewonnen hatte, schwieg Europa zunächst. Mittlerweile ist die Skepsis verschwunden.

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Zu Gast im Oval Office:
Bundeskanzler Gerhard Schröder

Außer dem Spanier Jose Maria Aznar, der glaubte, endlich einen konservativen Verbündeten auf der Weltbühne zu haben, war nur Tony Blair, der unideologische britische Sozialdemokrat, sofort in die USA gefahren, um die besonderen englisch-amerikanischen Beziehungen zu pflegen.

Isolationismus befürchtet

Die anderen Europäer aber blieben eher skeptisch: Bush junior - das war in ihren Augen bloß ein eher provinzieller, weltpolitisch unerfahrener Politiker aus Texas. Sie waren sich sicher, dass Bush die USA deutlich isolationistischer regieren werde als sein Vorgänger. In der Handelspolitik stellte man sich deswegen auf offene Konflikte mit harten Bandagen ein.

Und in der Außenpolitik wirkte Bush, der vehemente Verfechter von NMD, dem Raketenabwehrschirm, wie ein Hardliner aus scheinbar längst vergangenen Tagen der Ronald-Reagan-Ära. Man war sich, jenseits der diplomatischen Floskeln vom "business as usual", in den meisten europäischen Staatskanzleien einig: Bush war gegenüber der charmanten Lichtgestalt Bill Clinton ein spröder Langweiler. Und an Europa war er scheinbar nicht sehr interessiert.

Umstrittene Raketenabwehr

Dann kam George W. Bush nach Europa. Er besuchte Spanien und machte anschließend Station in Brüssel auf einem NATO-Gipfel. Energisch focht er für seine Sicht der Dinge, analysierte die Gefahren, die von den so genannten Schurkenstaaten ausgingen - und machte deutlich, dass die Zeiten konventioneller Bedrohung aus seiner Sicht zu Ende gingen. Und deswegen sei er für NMD - einen Raketenabwehrschirm, der im übrigen auch auf Europa ausgedehnt werden könne.

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