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Aktuell Nahost

Fast 60 Tote bei russischem Luftangriff in Syrien

Ziel der russischen Luftschläge war ein Rebellen-Gericht mit angeschlossenem Gefängnis. Unter den Opfern sind zahlreiche Kämpfer der radikalislamischen Al-Nusra-Front. Aber auch 21 Zivilisten müssen sterben.

Bei dem Bombardement in der syrischen Stadt Maarat al-Numan sind nach jüngsten Berichten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 65 Menschen getötet worden. Darunter sind Gefangene sowie 23 Aktivisten der islamistischen Al-Nusra-Front, dem syrischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Die Islamisten betrieben den Komplex mit dem Gefängnis und einem Scharia-Gericht. Sie hatten dort Kämpfer rivalisierender Rebellengruppen interniert. Das Areal liegt in der Nähe eines belebten Marktes in der Provinz Idlib. Diese wird zu großen Teilen von islamistischen Rebellen kontrolliert, von denen die Al-Nusra-Front die stärkste ist.

Opferzahl kann noch steigen

Unter den Toten sind nach Angaben der Menschenrechtler auch 22 Zivilisten, darunter mindestens ein Kind und drei Frauen. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Laut ihren Berichten könnte die Zahl der Todesopfer weiter steigen, da der Zustand von 30 Verletzten lebensbedrohlich sei.

Ein Helfer bringt eine verletzte Frau in Sicherheit (Foto: rtr)

Ein Helfer bringt eine verletzte Frau in Sicherheit

Russland bombardiert seit Ende September Gegner des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Die russischen Kampfjets fliegen Angriffe gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat", nehmen aber auch gemäßigtere Gruppen ins Visier.

Hungernde Bewohner von Madaja warten weiter auf Hilfe

Unterdessen lässt die dringend benötigte Hilfe für die hungernden Bewohner der belagerten Städte Madaja, Fua und Kafraja weiter auf sich warten. Angesichts "logistischer Probleme" würden die Hilfslieferungen nicht wie geplant an diesem Sonntag dort eintreffen, teilte der Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Pawel Krzysiek, in Damaskus mit. "Wir arbeiten aber hart daran, dass sie am Montag verteilt werden können."

Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der dringend Hilfsbedürftigen allein in Madaja auf 40.000, die Hälfte davon sind Kinder. Trotz mehrfacher Aufforderung der UN hatte die Regierung in Damaskus über Monate hinweg Hilfslieferungen in die belagerten Städte nicht zugelassen. Am vergangenen Donnerstag erfolgte dann der Kurswechsel.

Madaja wird seit rund einem halben Jahr von Regierungstruppen belagert. Fua und Kafraja in der Provinz Idlib sind von Kämpfern der Rebellen eingekesselt. Vor allem in Madaja ist die Lage nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" dramatisch. Demnach verhungerten dort bereits 23 Menschen, darunter sechs Babys.

se/ago (afp, rtre, dpa)

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