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Aktuell Afrika

Fast 50 Pest-Tote in Madagaskar

In Madagaskar ist die Pest weiter auf dem Vormarsch und bedroht auch die Bevölkerung in der Hauptstadt Antananarivo. Seit Jahresbeginn habe es 47 Pesttote gegeben, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Insgesamt sind rund 140 Verdachtsfälle registriert worden. Die Zahl der Toten droht in den kommenden Monaten weiter zu steigen. Wie es heißt, ist die Sterberate unter den Infizierten hoch. So soll in Antananarivo jeder zweite der registrierten Infizierten bereits verstorben sein. Madagaskar hat rund 22 Millionen Einwohner, in der Hauptstadt Antananarivo leben rund 1,8 Millionen Menschen.

Die Behörden verstärkten inzwischen ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pest. 200 Haushalte seien "desinfiziert" worden, sagte der Generalsekretär des Gesundheitsministeriums, Philemon Tafangy. Wer Kontakt mit Infizierten gehabt habe, bekomme Antibiotika.

Flöhe oder die Atemluft sind Übertragungswege

Die Krankheit tritt in verschiedenen Formen auf: Die sogenannte Beulenpest wird durch einen Floh, die sogenannte Lungenpest wird mit der Atemluft von Mensch zu Mensch übertragen. Die Lage in Madagaskar, der Inselrepublik vor der ostafrikanischen Küste, scheint besonders bedrohlich, weil die Flöhe dort gegen viele Insektizide resistent seien, teilte die Weltgesundheitsbehörde WHO mit.

mehrere Ratten

Durch Rattenflöhe kann der Pesterreger verbreitet werden

Häufig handelt es sich bei den Verbreitern des Erregers um Rattenflöhe. Wenn die Ratten in menschliche Behausungen eindringen, kann der Erreger durch einen Biss der Flöhe weiterverbreitet werden.

Kranke werden gemieden

Den Betroffenen droht dabei die soziale Ausgrenzung. So berichtete die Familie einer jungen Frau, die in einem Elendsviertel außerhalb der Hauptstadt der Krankheit erlag, sie sei von der Nachbarschaft stigmatisiert und ausgegrenzt worden.

Bei der Pest handelt es sich um eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit. Im Mittelalter fielen dem "Schwarzer Tod" in Europa mehr als 25 Millionen Menschen zum Opfer. Fünf Jahre lang, von 1347 bis 1352 wütete die Pandemie. Erst 1894 konnte das Bakterium entdeckt und bestimmt werden. Häufigste Form ist die Beulenpest, die mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie einer Entzündung der Lymphknoten im Leistenbereich einhergeht. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. Die Weltgesundheitsbehörde zählt jährlich 1000 bis 2000 Pestfälle.

haz/se (afp, dpa)