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Politik

Fast 160 Tote bei Gewalt gegen Opposition

Bei der gewaltsamen Auflösung einer Kundgebung gegen die Militärjunta in Guinea sind deutlich mehr Menschen getötet worden als zunächst angenommen. Die internationale Gemeinschaft verurteilt das Vorgehen.

Junta-Chef Moussa Dadis Camara (photo: dpa)

Junta-Chef Moussa Dadis Camara

Durch das brutale Vorgehen der Armee gegen eine Kundgebung in der Hauptstadt Conakry sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 157 Menschen getötet worden. Mehr als 1200 Personen seien verletzt worden, sagte der Vorsitzende der Organisation zur Verteidigung der Menschenrechte, Thierno Maadjou Sow. Die oppositionelle Union Republikanischer Kräfte warf der Regierung vor, Leichen verschwinden zu lassen, um das "Ausmaß des Massakers" zu verschleiern. Die Polizei hatte zunächst von 87 Toten gesprochen.

Rund 50.000 Menschen hatten sich am Montag (28.09.2009) in einem Stadion von Conakry versammelt, um gegen die in Guinea herrschende Putschisten-Regierung zu demonstrieren. Sicherheitsleute stürmten daraufhin das Stadion und gingen mit Tränengas, Schlagstöcken und scharfer Munition auf die friedlichen Demonstranten los.

Internationaler Protest

UN-Generalssekretär Ban Ki Moon (Foto: dpa)

Ban Ki Moon betont, Gewalt sei keine Lösung

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Ein Sprecher des deutsche Auswärtigen Amtes sagte, die Bundesregierung sei tief besorgt über die Ereignisse und habe ein Botschaftsmitglied von Guinea einbestellt. Die USA forderten die Machthaber in Guinea auf, die Hintergründe der gewaltsamen Auflösung der Oppositionskundgebung untersuchen zu lassen. Washington sei "tief besorgt", sagte ein ranghoher US-Diplomat.

Die afrikanische Union drohte Guinea mit Sanktionen. Die Staatengemeinschaft forderte den Militärherrscher Moussa Dadis Camara auf, an seinem Versprechen festzuhalten, nicht bei der Präsidentenwahl im Januar anzutreten.

Junta-Chef als ziviler Präsident?

Die derzeitige Militärregierung von Guinea hatte sich im Dezember 2008 unblutig an die Macht geputscht. Kurz zuvor war der vorige Präsident Lansana Conté gestorben, der das Land 24 Jahre lang autoritär beherrscht hatte. Moussa Dadis Camara, ein Oberst der Armee, fungiert nun als De-facto-Staatschef. Die Junta hat angekündigt, im kommenden Januar Wahlen abzuhalten.

Autorin: Sabine Faber (afp, ap, dpa, epd, rtr)

Redaktion: Thomas Grimmer

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