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Aktuell Amerika

FARC-Rebellen wollen General freigeben

Mitten in den Friedensverhandlungen mit der kolumbianischen Regierung entführen die FARC-Rebellen einen General und vier weitere Militärs. Inzwischen erkennt die Guerilla jedoch, dass das keine gute Idee war.

Die kolumbianische Regierung hat sich mit den FARC-Rebellen auf die Bedingungen für eine Freilassung der entführten Militärs geeinigt. Diplomaten aus Kuba und Norwegen, die in dem Konflikt vermitteln, berichten von einer Vereinbarung, wonach General Rubén Alzate (Artikelbild) und vier weitere Militärbedienstete "so schnell wie möglich" freikommen sollten. Damit steigt die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche, die wegen der Entführung ausgesetzt worden waren.

Der kubanische Diplomat Rodolfo Benítez und seine norwegische Kollegin Rita Sandberg äußerten sich in Havanna, wo bislang die Friedensverhandlungen zwischen Bogotá und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) stattfanden. Außer Kuba und Norwegen vermitteln in dem Konflikt noch Venezuela und Chile. Die Verhandlungen über eine Freilassung betreffen neben dem entführten General Alzate auch eine Militärberaterin sowie drei Soldaten.

Der endlose Konflikt

Alzate hatte sich am Sonntag in einem Boot in Zivilkleidung und unbewaffnet in eine von Rebellen kontrollierte Ortschaft im westkolumbianischen Department Chocó begeben. Dort wurde er nach Zeugenangaben mit seinen zwei Begleitern - einem Unteroffizier und einer Rechtsanwältin - von Rebellen gefangen genommen. Ein Soldat, der das Boot steuerte, konnte fliehen. Am Dienstag bekannte sich die FARC zu der Entführung. Alzate ist der ranghöchste Vertreter des Militärs, den die Gruppe jemals verschleppt hat. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos stoppte daraufhin die seit zwei Jahren laufenden Friedensgespräche und verlangte von den Rebellen ein eindeutiges Friedensbekenntnis.

Der Konflikt zwischen Kolumbiens Regierung, der FARC, bewaffneten Splittergruppen und paramilitärischen Milizen ist der älteste Lateinamerikas. In den vergangenen fünf Jahrzehnten wurden nach amtlichen Angaben 220.000 Menschen getötet und mehr als fünf Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Derzeit gehören der FARC nach offiziellen Angaben noch rund 8000 Kämpfer an.

rb/se (afp, ap, dpa)