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Kultur

Falsche Cranach-Bilder auf der Wartburg?

Der Cranach-Experte Michael Hofbauer zweifelt an der Echtheit zweier Gemälde in der Sonderschau "Die Lutherporträts der Cranach-Werkstatt". Die Wartburg-Stiftung widerspricht und will die Bilder jetzt untersuchen lassen.

Michael Hofbauer leitet die Forschungsdatenbank cranach.net in Heidelberg. Nach seiner Einschätzung stammen die in Eisenach gezeigten Gemälde "Martin Luther als Junker Jörg" und das Porträt "Katharina von Bora" nicht aus der Cranach-Werkstatt. "Die Bilder weichen in ihrer ganzen Malweise, dem technischen Aufbau und der motivischen Anmutung deutlich von dem ab, was wir aus der Cranach-Werkstatt kennen, sagte der Experte am Freitag. Das Luther-Porträt stamme vermutlich aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und nicht, wie datiert, aus dem Jahr 1537, ergänzte Hofbauer.


Die beiden Bilder sind im Besitz der Kirchengemeinde im sächsischen Penig und konnten von der Wartburg-Stiftung für die Sonderausstellung ausgeliehen werden. Burghauptmann Günther Schuchardt schlug vor, die Bilder von Experten untersuchen zu lassen, "um eine zeitliche Eingrenzung vornehmen zu können". Er ist von der Echtheit der beiden Gemälde überzeugt. Cranach-Kenner Michael Hofbauer hatte eingeräumt, die Bilder nicht im Original gesehen zu haben.

Die Sonderschau auf der Wartburg zeigt die Cranach-Bilder noch bis zum 19. Juli 2015

cp/suc (dpa, Thüringische Landeszeitung, Focus)