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Nahost

Falludscha unter Beschuss

Im Irak erhöhen die US-Streitkräfte ihren Druck auf die Widerstandshochburg Falludscha. In der Nacht zum 4.11. beschossen sie Stellungen der Rebellen. Es sind die schwersten Angriffe seit Wochen.

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Bomben auf Falludscha


Die US-Truppen beschossen Falludscha mit Kampfflugzeugen und Panzern in zwei Angriffswellen. Dabei zerstörten sie Stellungen der Aufständischen im Nord- und Südosten der Stadt, teilte das Militär mit. Bereits am Abend waren mehrere Stadtteile etwa eine halbe Stunde lang intensiv von Panzern und Erdkampfflugzeugen beschossen worden, berichteten Augenzeugen. Die US-Angriffe wären auch am Tage fortgesetzt worden. Nach Krankenhausangaben wurden mindestens fünf irakische Zivilisten getötet, darunter ein Kind und eine Frau.

Auch in einem Vorort von Falludscha kam es zu Schießereien. Anwohner berichteten von heftigen Schusswechseln. Nach US-Angaben feuerten die Rebellen Panzerabwehraketen auf die Soldaten ab. Zwei Angreifer seien getötet worden, unter den Amerikanern habe es keine Verluste gegeben.

Großoffensive geplant

Seit Mitte Oktober ziehen die US-Streitkräfte ihren Belagerungsring um Falludscha immer enger. Beobachter vermuten, dass sich die Truppen auf eine Großoffensive gegen die 50 Kilometer westlich von Bagdad gelegene Stadt vorbereiten. Hier vermuten sie bewaffnete Anhänger des jordanischen Rebellenführers Abu Mussab el Sarkawi. Er gilt als Drahtzieher zahlreicher Anschläge und Geiselnahmen.

Der TV-Sender Al Dschasira veröffentlichte das Video einer Extremistengruppe. Darauf droht sie, Gebäude der Regierung und der Ölindustrie anzugreifen, falls die Amerikaner einen Großangriff auf Falludscha starten sollten.

Massenflucht aus Falludscha

Die irakische Übergangsregierung von Ministerpräsident Iyad Allawi hatte erklärt, vor den Parlamentswahlen im Januar 2005 Rebellenhochburgen wie Falludscha zurückzuerobern. Ein offizielles Startsignal für die Offensive gibt es noch nicht. Allawi besucht zurzeit Europa.

Die meisten der 300.000 Einwohner Falludschas sind inzwischen aus Stadt geflohen. Sie berichteten von zahlreichen Opfern durch die beinahe täglichen Luftangriffe. Die anti-amerikanische Haltung habe sich unter den Menschen in Fallduscha noch verstärkt.

"Ärzte ohne Grenzen" will weg aus dem Irak

Da die Sicherheitslage immer prekärer wird, hat die internationale Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) jetzt ihren Rückzug aus dem Irak angekündigt. Es sei nicht mehr möglich, für die Sicherheit der Mitarbeiter zu garantieren, erklärte die Organisation auf ihrer Internetseite. "Wir bedauern zutiefst, dass wir nicht mehr in der Lage sind, dem irakischen Volk medizinische Hilfe zu geben, wenn es diese am dringendsten benötigt", hieß es weiter. "Ärzte ohne Grenzen" war seit Dezember 2002 im Irak tätig. (rj)

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