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Nahost

Gewalt und Schrecken im Irak

49 irakische Rekruten sollen von Aufständischen getötet worden sein. Insgesamt starben am Wochenende im Irak bis zu 100 Menschen durch kriegerische Gewalt. Das Schicksal der Geisel Margaret Hassan ist weiterhin ungewiss.

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Ein Anschlag

Aufständische im Irak scheinen immer skrupelloser gegen die neuen irakischen Sicherheitskräfte vorzugehen: Im Osten des Landes gerieten am Samstag (23.10.2004) nach Polizeiangaben 49 Rekruten der Nationalgarde in einen Hinterhalt und wurden von Rebellen erschossen. Insgesamt kamen am Wochenende fast 100 Menschen bei Anschlägen, Selbstmordattentaten und Kämpfen im Irak ums Leben.

Guerilla gegen irakische Sicherheitskräfte

Die irakische Polizei fand die Leichen der Rekruten am Rand der Straße von Badrah nach Mandali nahe der iranischen Grenze. 37 von ihnen wurden noch am Samstag, zwölf weitere am Sonntag (24.10.2004) gefunden, bestätigte die Polizei in Bakuba. Die Soldaten waren auf dem Weg nach Bakuba und sollten in einem US-geführten irakischen Militärlager ausgebildet werden. Laut Polizeiangaben hielten Rebellen die Busse an, ließen die Rekruten aussteigen und erschossen sie am Straßenrand. Es handelte sich um die bisher opferreichste Guerilla-Attacke gegen die neuen irakischen Sicherheitskräfte. Bisher hatten die Aufständischen in den meisten Fällen Autobomben eingesetzt und Selbstmordattentäter geschickt.

Am Samstag waren bei einem Selbstmordanschlag vor einem Rekrutierungsbüro im westirakischen Chan el Bagdadi 16 Iraker getötet worden, 52 weitere erlitten Verletzungen. Bei einem weiteren Anschlag nahe Samarra kamen zwei Nationalgardisten ums Leben. Neue US-Luftangriffe auf die westirakische Aufständischen-Hochburg Falludscha führten am Wochenende nach Krankenhausangaben zum Tod von sieben Irakern. US-Soldaten erschossen einen weiteren Iraker in seinem Auto. Das US-Militär nahm nach eigenen Angaben einen Terroristen fest, der in der Organisation des Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi dem inneren Führungszirkel angehört haben soll.

"Tief besorgt"

Margaret Hassan, gekidnapped im Irak

Die entführte Margaret Hassan (Archivbild)

Das Schicksal der vergangene Woche in Bagdad verschleppten Care-Projektleiterin Margaret Hassan blieb unterdessen weiter ungewiss. Care-Generalsekretär Denis Caillaux appellierte an die Entführer, ihr Opfer freizulassen. In einer im australischen Sydney veröffentlichten Erklärung erinnerte Care daran, "dass Frau Hassan irakische Bürgerin ist und die Menschen im Irak in ihrem Herzen trägt". Die Organisation zeigte sich "tief besorgt" über den aktuellen Zustand der 59-Jährigen.

In einem am Freitag vom Sender "Al-Dschasira" ausgestrahlten Video ist Hassan zitternd und unter Tränen zu sehen. Sie sagt unter anderem: "Ich will nicht wie Bigley sterben." Dabei bezog sie sich auf den Briten Kenneth Bigley, der Mitte Oktober von seinen islamistischen Geiselnehmern enthauptet worden war.

UN will Saddam-Tribunal nicht unterstützen

Die Vereinten Nationen äußerten nun die Einschätzung, dass das irakische Sondertribunal für den geplanten Prozess gegen Ex-Staatschef Saddam Hussein internationalen Rechtsstandards nicht genügen wird. Eine Unterstützung durch UN-Institutionen komme nicht in Frage, weil das irakische Gericht auch die Todesstrafe verhängen dürfe, sagte ein Sprecher von Generalsekretär Kofi Annan am Freitag in New York. Die irakische Regierung habe beim UN-Tribunal für das frühere Jugoslawien in Den Haag angefragt, ob eine Ausbildung von Richtern und Staatsanwälten möglich sei. Das habe Annan jedoch abgelehnt. (kap)

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