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Kultur

Fahr doch mit dem Drachenboot

Zwanzig Paddler, ein Steuermann, ein Trommler - fertig ist das Drachenboot. Teams aus 19 Ländern treffen sich vom 20. bis 24. Oktober 2004 zur Weltmeisterschaft in Schanghai. Die Deutschen gehören zu den stärksten Teams.

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2000 Jahre alte Tradition auf dem Wasser

Viele Legenden ranken sich um den Ursprung der Drachenboot-Festivals. Sie alle sind mit dem Tod des Staatsmannes und Poeten Qu Yuan verbunden, der vor über 2000 Jahren im alten China lebte. Von der Politik enttäuscht, sprang der bedeutende Dichter in einen Fluss und nahm sich so das Leben. Vergeblich waren Fischer noch mit ihren langen Booten hinausgefahren und hatten versucht, den Ertrinkenden zu retten. Seit jenem Tag veranstalten die Chinesen zum Gedenken an Qu Yuan an jedem 5. Tag des 5. Mondes (im Juni) Drachenbootrennen.

Preußen-Drache ohne finanzielle Unterstützung

Drachenbootrennen

Immer schön trommeln, dann kommt man schneller ans Ziel

Als Geburtsstunde des Drachenboot-Sports in Deutschland gilt der 800. Hamburger Hafengeburtstag im Mai 1989. Die engen wirtschaftlichen Beziehungen der Hansestadt mit Taiwan machten es möglich, mehrere der traditionell hölzernen Taiwan-Boote zu importieren. Kurz darauf kam es zur Gründung des Deutschen Drachenboot-Verbandes (DDV) mit anfänglich drei Mannschaften. Zurzeit verzeichnet der DDV bereits 97 Teams mit rund 2500 Mitgliedern.

Im Vordergrund stehen beim Drachenboot nicht die Ergebnisse, sondern einfach der Spaß am Sport. Aber obwohl die junge Disziplin in Deutschland boomt, bleiben finanzielle Unterstützungen bislang aus. Auch die Reise zur WM und alle Kosten vor Ort muss die deutsche Mannschaft "Preußen-Drache" aus eigener Tasche bezahlen.

Mehr Spaß als zu zweit

Preußen-Drachen

Die Mannschaft Preußen-Drachen bei der Vorbereitung auf die WM

Der ehemalige Kanu-Weltmeister ist Mannschaftsleiter des in Potsdam beheimateten Teams. Der 45-jährige Hempel stieg 1998 zum ersten Mal in ein Drachenboot. Inzwischen sind auch seine Frau und Tochter Mitglieder der Preußen-Mannschaft, eine echte "Drachenboot-Familie" sozusagen. "Mit einem großen Team macht es einfach mehr Spaß als allein oder zu zweit", erklärt Peter Hempel die Faszination Drachenboot im Gespräch mit DW-WORLD. Unter Hempels Leitung waren die Potsdamer Drachenbootfahrer in den vergangenen Jahren bei der Europameisterschaft im schwedischen Malmö und bei der Weltmeisterschaft im polnischen Posen erfolgreich.

Im Oktober fliegen Hempels mit der deutschen Nationalmannschaft nach Schanghai, um dort die deutschen Farben bei der WM zu vertreten. Endlich werden sie dann auch die Heimat des Drachenboots persönlich besuchen. "Obwohl es inzwischen in Deutschland viele Drachenboot-Teams gibt, ist das nichts im Vergleich mit China. Im Fernsehen habe ich gesehen, dass dort ganze Dörfer und Städte mit Drachenbooten gegeneinander antreten", erzählt Hempel. Und hofft auf zahlreiche Zuschauer.

Globale Traditionspflege

Der Dichter Qu Yuan würde sich wahrscheinlich riesig freuen, dass über 2000 Jahre nach seinem Tod die Tradition der Drachenboote auch in der westlichen Welt weitergepflegt wird. In Schanghai treffen sich mehr als 19 Mannschaften mit rund 2000 Teilnehmern zur 5. Drachenboot-WM am Dianshan-See, um einmal mehr den alten Qu Yuan zu würdigen.

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