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Politik

Explosive Lage auf koreanischer Halbinsel

Auf der koreanischen Halbinsel stehen die Zeichen auf Konfrontation. Nordkorea versetzte seine Artillerie an der Westküste in Alarmbereitschaft. Südkorea hält an seinem geplanten Manöver fest.

Der Artillerie-Angriff vom November im südkoreanischen Fernsehen (Foto: AP)

Auslöser der jüngsten Spannungen: Der Artillerie-Angriff Ende November

Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea haben sich durch den Beschuss der zum Süden gehörenden Insel Yeonpyeong am 23. November erheblich verschärft. Bei dem Artillerie-Überfall des kommunistischen Nordens waren zwei südkoreanische Soldaten und zwei Zivilisten getötet worden.

Zerstörte Gebäude auf der südkoreanischen Insel Yeonpyeong (Foto: AP)

Ein Bild der Verwüstung auf Yeonpyeong

Die südkoreanischen Streitkräfte bekräftigten am Sonntag ein weiteres Mal, sie hielten auf jeden Fall auf Yeonpyeong - die Insel liegt im Gelben Meer nahe der umstrittenen Seegrenze zum Norden - Artilleriemanöver ab, bei denen scharfe Munition verwendet werde. Die Übungen sollen am Montag (20.12.2010) oder Dienstag beginnen, wenn die Wetterverhältnisse es zulassen. Die Streitkräfte seien vorbereitet, auf jede Provokation zu reagieren, sagte ein Vertreter des südkoreanischen Generalstabs.

Nordkorea will "gnadenlos" zurückschlagen

Nordkorea versetzte in Erwartung der Übung am Sonntag seine Artillerieeinheiten an der Westküste in erhöhte Alarmbereitschaft. Zudem wurde die Militärpräsenz in der Küstenregion verstärkt, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Mehrere Kampfjets seien aus dem Hangar geholt und startklar gemacht worden.

Nordkoreas Militär werde "gnadenlos" zurückschlagen, falls die Grenze zu seinem Hoheitsgewässer verletzt werden sollte, hatte das Außenministerium in Pjöngjang zuvor gewarnt. Das geplante Manöver des Südens werde es unmöglich machen, "zu verhindern, dass die Situation auf der koreanischen Halbinsel explodiert und es zu einer nachfolgenden Katastrophe kommt", zitierten die staatlichen Medien das Außenministerium. Die Militärs hielten keine "leeren Reden".

Südkoreanische Marinesoldaten patrouillieren am Strand von Yeonpyeong (Foto: AP)

Gespannte Lage auch auf Yeonpyeong

Die Führung in Pjöngjang kritisierte auch, dass die USA etwa 20 Soldaten ihrer in Südkorea stationierten Truppen nach Yonpyong entsenden wollen, um das Manöver zu unterstützen. Die USA haben derzeit etwa 28.500 Soldaten in Südkorea.

UN-Sicherheitsrat befasst sich mit dem Konflikt

Nach vergeblichen Appellen an Südkorea beantragte Russland eine Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrats. Das höchste UN-Gremium kam am Sonntag um 11 Uhr Ortszeit (17.00 MEZ) in New York zusammen. Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin erklärte, der UN-Sicherheitsrat müsse ein "einschränkendes Signal" an Nordkorea senden und diplomatische Aktivitäten in die Wege leiten, damit die Konflikte zwischen Nord- und Südkorea ein für alle Mal gelöst würden.

Autorin: Susanne Eickenfonder (afp, dapd, dpa)
Redaktion: Ulrike Quast

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