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Asien

Explosionen und Tote in Bangkok

Seit Wochen halten die Massenproteste der Regierungsgegner gegen Ministerpräsident Abhisit das Land in Atem, nun spitzt sich die Lage weiter zu: Bei mehreren Explosionen in der Hauptstadt gab es Tote und Verletzte.

In Bangkok wird eine verletzte Frau nach einer Explosion von einem Mann weggetragen (Foto: ap)

Tote und Verletzte forderten die Explosionen

Eine Serie von Granatenangriffen hat am Donnerstag (22.04.2010) die Spannungen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok weiter geschürt. Nach Angaben der Regierung kamen am Donnerstag drei Menschen ums Leben, mindestens 70 weitere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Unter den Verletzten waren nach Darstellung aus Krankenhäusern auch mehrere Ausländer. Die Armee erklärte, es seien fünf Granaten aus einem benachbarten Geschäftsviertel abgefeuert worden, das von zehntausenden Anhängern der Opposition besetzt ist. Wer die Granaten abgefeuert hat, ist bisher nicht bekannt.

Kabinett kommt zu Sondersitzung zusammen

Der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva hat nach den Explosionen eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitskabinetts einberufen, wie ein Regierungssprecher mitteilte. In der Nähe der Explosionen hatten sich hunderte regierungsfeindliche Rothemden - Demonstranten, die die Ablösung von Ministerpräsident Abhisit fordern - und regierungsnahe Gegendemonstranten gegenübergestanden. Zudem gab es ein großes Militäraufgebot. Im lokalen Fernsehen waren hitzige Wortgefechte zwischen Demonstranten und Soldaten zu sehen.

Es ist der zweite Zusammenstoß in den vergangenen sechs Wochen, der die ursprünglich unblutigen Demonstrationen überschattet hat. Bei Straßenschlachten vor fast zwei Wochen waren 25 Menschen ums Leben gekommen, 800 wurden verletzt.

"Die Lage wird weiter eskalieren"

Ein im Gesicht verletzter Mann geht an Soldaten vorbei (Foto: ap)

Die Informationen über die Opfer schwanken noch

Nach Einschätzung von DW-Reporterin Nicola Glass besteht die Gefahr, dass die Lage weiter eskaliert. Schon im Laufe des Donnerstags hätten die Spannungen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften deutlich zugenommen. Tausende Rothemden verbarrikadierten sich hinter selbst errichteten Zäunen aus Autoreifen, Betonblöcken, Draht und spitzen Bambusstangen in dem seit Ostern besetzten Geschäftsviertel.

Rund um das verbarrikadierte Viertel sind hunderte Soldaten und Polizisten im Einsatz. Ihre Aufgabe scheint zu sein, einen Marsch der Demonstranten ins Finanzviertel zu verhindern. Die Rothemden befürchten nun die nächste blutige Auseinandersetzung mit der Armee. "Von Informanten aus der Regierung wissen wir, dass sie am 26. April Schluss machen wollen", sagte Oppositionsführer Kwanchai Sarakam der Nachrichtenagentur Reuters. "Eure Tage sind gezählt", wird auch Armeesprecher Sansern Kaewkamnerd zitiert. Wer nicht freiwillig gehe, werde angeklagt.

Unterschiedliche Reiseempfehlungen

Barrikaden aus Autoreifen und Bambusstäbengitter (Foto: ap)

Die Barrikaden sollen die Demonstranten schützen

In der Hauptstadt sind etwa 60.000 Soldaten im Einsatz. Nach Zeitungsberichten dürfen sie scharf schießen, wenn sie angegriffen werden. Derweil gibt es Anzeichen, dass der Protest der "Rothemden" auch auf den Nordosten des südostasiatischen Landes übergegriffen hat. In der Provinz Khon Kaen im Norden des Landes blockierten Rothemden vorübergehend einen Zug, der Armeefahrzeuge nach Bangkok bringen sollte.

Für Touristen gibt es derzeit unterschiedliche Reiseempfehlungen. So rät das britische Außenministerium, dass nur diejenigen reisen sollten, die unbedingt in das Land müssten. Alle anderen sollten sich fernhalten, da es ohne jede Vorwarnung zu Gewalt kommen könnte. Das Auswärtige Amt in Berlin empfiehlt Touristen bislang nur, in Bangkok Menschenansammlungen zu meiden.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dpa, rtr)
Redaktion: Oliver Samson / Frank Wörner

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