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Aktuell Asien

Experten setzen neues Equipment bei der Suche nach MH370 ein

Seit fast zwei Monaten fehlt vom Malaysia Airlines Flug MH370 jede Spur. Jetzt werden neue Spezialgeräte bei der Suche nach dem Wrack eingesetzt. Im vermuteten Absturzgebiet soll der Meeresboden kartographiert werden.

"Die Suche wird nicht unterbrochen oder eingestellt, wir geben nicht auf und lassen in unseren Bemühungen nicht nach", versprach der chinesische Transportminister Yang Chuantang bei einem Treffen mit dem australischen Vize-Premierminister Warren Truss und dem malaysischen Verkehrsminister Hishamuddin Hussein in Canberra. China ist an der Aufklärung des mysteriösen Irrflugs der Malaysia Airlines MH370 stark interessiert, weil die meisten der 239 Insassen von dort stammten. Das Wrack der Malaysia-Airlines-Maschine wird in einer kaum erforschten Gegend des Indischen Ozeans vermutet.

"Die Suche muss in eine neue Phase gehen", sagte Truss nach einem Treffen mit Vertretern aus Malaysia und China in Canberra. "Dabei geht es um eine intensivere Suche am Meeresboden." Die neue Strategie allein könne bis zu 40 Millionen Euro kosten.

Meeresboden soll kartographiert werden

Wer die Kosten tragen soll ist bislang unklar. Truss erhofft sich eine Beteiligung des Flugzeugherstellers Boeing und des Triebwerkshersteller Rolls Royce an den Kosten. "Sie haben ein Eigeninteresse daran, zu wissen, was während des Fluges von MH370 passiert ist, um sich der Qualität ihrer Produkte zu versichern oder um Abhilfe zu schaffen, falls ein Teil des Flugzeugs zu dem Unfall beigetragen hat", sagte Truss. "Wir schauen nach einer stärkeren Beteiligung der Hersteller und ihrer Heimatländer."

In dem vermuteten Absturzgebiet sei der Meeresboden stellenweise noch nie systematisch kartographiert worden. "Um in der nächsten Phase mit Sonar und anderen Unterwasserfahrzeugen, möglicherweise in besonders tiefem Wasser, effizient und sicher suchen zu können, müssen wir mehr über den Meeresboden wissen", sagte Truss. Die Koordinationsstelle für die Suche soll nach Angaben von Truss von Perth in die Hauptstadt Canberra verlegt werden, weil der Kontakt mit Vertretern Malaysias und Chinas dort einfacher ist.

Suche mit Flugzeugen eingestellt

Das unbemannte U-Boot Bluefin-21 der US-Marine bleibt weitere vier Wochen im Einsatz, wie die Koordinationsstelle für die Suche in Perth mitteilte. Es hat in 35 Tagen 400 Quadratkilometer Meeresboden abgesucht, ohne Anzeichen der Maschine zu finden. Am Mittwoch wollen Experten in Canberra sämtliche bisher gesammelten Daten sichten und prüfen, ob das Suchgebiet anders definiert werden muss, wie Truss sagte. Die Suche mit Schiffen und Flugzeugen in der Region rund 1800 Kilometer westlich von Perth war vergangene Woche mangels Erfolg eingestellt worden. Suchflugzeuge hatten in den vergangenen Wochen bei mehr als 330 Überflügen in einem Seegebiet von 4,5 Millionen Quadratkilometern nach dem Wrack der Maschine gesucht.

Flug MH370 verschwand am 8. März nach dem Start in Kuala Lumpur vom Radar und flog statt nach Peking Richtung Süden. Satellitensignale legen einen Absturz im Indischen Ozean nahe. Ermittler haben keine Ahnung, was sich an Bord abgespielt hat. Niemand weiß, ob Crew und Passagiere wegen giftiger Dämpfe außer Gefecht waren oder ob jemand absichtlich das Flugzeug auf den falschen Kurs lenkte. Die Ermittler erhoffen sich Aufschluss von der Blackbox, in der Aufzeichnungen der Gespräche im Cockpit und technische Daten gespeichert sind. Dafür muss das Wrack gefunden werden. Allein die Organisation neuer Suchinstrumente könne Wochen dauern, räumte Truss ein.

cr / rb (dpa, afp)