1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Iran

Ex-Präsident Ahmadinedschad kandidiert bei Wahl im Iran

Erst wollte er gar nicht antreten. Aber jetzt will sich der frühere Präsident des Irans, Mahmud Ahmadinedschad, auf einmal doch ein weiteres Mal um das Amt des Regierungschefs bewerben. Wieso der Wandel?

Iran Präsidentschaftswahlen - Mahmud Ahmadinedschad (picture alliance/AP/dpa/E. Noroozi)

Innige Beziehung: Mahmud Ahmadinedschad (M) und sein langjähriger Stellvertreter Hamid Baghaei

Zusammen mit seinem langjährigen Stellvertreter Hamid Baghaei hat sich der iranische Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Innenministerium in Teheran als Kandidat für die Präsidentschaftswahl registrieren lassen.

Ahmadinedschad ist im In- und Ausland hoch umstritten. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei, dessen Wort in der Islamischen Republik praktisch Gesetz ist, hatte dem radikalen Fundamentalisten schon 2016 von einer Kandidatur abgeraten, und der 60-Jährige verzichtete.

Vergangene Woche gab er dann bekannt, dass er den eher unerfahrenen Baghaei, der als Unabhängiger antreten will, im Kampf gegen Amtsinhaber Hassan Rohani unterstützen werde - laut Beobachtern als eine Art "graue Eminenz".

Iran Palästinakonferenz in Teheran Ajatollah Ali Chamenei (Mehrnews)

Der oberste gesistliche Führer, Ajatollah Ali Chamenei, hatte Ahmadinedschad von einer Kandidatur abgeraten

Jetzt erklärte Ahmadinedschad, er stehe zu seinem Versprechen, nicht selbst anzutreten. Seine Registrierung als Kandidat diene "lediglich der Unterstützung Baghaeis". Was immer das bedeuten mag.

Die Präsidentschaftswahl im Iran findet am 19. Mai statt. Alle Kandidaten müssen sich noch der Überprüfung durch den Wächterrat stellen, der in der Vergangenheit häufig Kandidaten ausgeschlossen hatte.

Vermutlich kommt es zu einem Dreikampf

Irans Präsident Hassan Rohani (picture alliance/dpa/D. Bockwo)

Amtsinhaber Hassan Rohani aus dem Lager der Reformer hat breiten Rückhalt im Land

Beobachter gehen davon aus, dass es bei der Wahl zu einem Dreikampf kommen wird. Die Reformer hoffen auf eine zweite Amtsperiode von Präsident Rohani. Obwohl es ihm nicht gelungen ist, eine Annäherung an die USA zu erreichen, und der versprochene Wirtschaftsaufschwung ausgeblieben ist, genießt er weiter großen Rückhalt.

Sein ärgster Konkurrent ist der erzkonservative Kleriker Ebrahim Raeissi. Der 57-Jährige ist Kandidat des einflussreichen Klerus. Für die Hardliner geht Baghaei ins Rennen. Als Schützling Ahmadinedschads wird der 48-Jährige von Beobachtern als dessen Marionette betrachtet. Die anderen bis jetzt namentlich bekannten Kandidaten haben nur Außenseiterchancen.

uh/se (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt