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Aktuell Asien

Ex-Politstar Bo Xilai gesteht Fehlverhalten ein

Der gestürzte chinesische Spitzenfunktionär soll vor Gericht eine Mitverantwortung am Mordskandal um seine Frau eingeräumt haben.

War der Angeklagte zu Prozessbeginn angeblich noch kämpferisch und widerborstig, soll er sich am dritten Verhandlungstag erstmals reumütig gezeigt haben. "Ich habe Fehler gemacht, ich bedauere das sehr und ich bin bereit, die Verantwortung dafür zu tragen", hat Bo Xilai dem Internet-Blog des Gerichts zufolge schriftlich ausgesagt. Eine andere Quelle über den Fortgang des Verfahrens gibt es nicht - unabhängige Journalisten sind beim Prozess nicht zugelassen. Die chinesische Öffentlichkeit hält der Politkrimi um Mord, Korruption und Gier nichts desto trotz in Atem.

Bo soll nun also zugegeben haben, als Parteichef von Chongqing zu "groben Fehleinschätzungen" bei den Mordermittlungen gegen seine Ehefrau Gu Kailai gekommen zu sein. Sie war wegen Mordes an dem Briten Neil Heywood im August 2012 zu einer Todesstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Allerdings sagte Bo laut Protokoll auch: "Ich hatte nie die Absicht, Gu zu schützen".

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Prozess gegen Chinas Ex-Politstar

Doch die Anklage wirft ihm genau das vor: Er habe seine Macht als Parteichef der 30-Millionen-Metropole Chongqing genutzt, um die Mordtat seiner Ehefrau zu vertuschen. Dazu habe Bo Xilai seinen Polizeichef Wang Lijun abgesetzt, als der ihm gegenüber von Hinweisen auf die Täterschaft Gu Kailais berichtet haben soll. "Ich wollte Wang Lijun nicht loswerden", wurde Bo nun zitiert. Der Polizeichef indes soll vor Gericht das genaue Gegenteil behauptet haben.

Beobachter sprechen von Schauprozeß

Neben Machtmissbrauch wirft die Anklage dem Ex-Politbüro-Mitglied auch Korruption und Unterschlagung vor. Bo Xilai soll insgesamt 21 Millionen Yuan, umgerechnet 2,5 Millionen Euro, Bestechungsgeld angenommen haben.

Bo, der bisher die Aussagen mehrerer Geschäftsleute gegen ihn als Lügen bezeichnet hatte, soll in diesem Punkt nun ebenfalls Fehler eingestanden haben. Er sei Unregelmäßigkeiten auf dem Bankkonto seiner Ehefrau nicht nachgegangen und sei deshalb "beschämt", sagte er am Samstag laut Veröffentlichungen des Gerichts. Alle Bestechlichkeits- und Amtsmissbrauchsvorwürfe soll Bo allerdings weiterhin zurückgewiesen haben.

Bo Xilai war früher Chef der Kommunistischen Partei in der Millionenmetropole Chongqing und galt aus aussichtsreicher Kandidat für höchste Funktionen in Staat und Partei. Er stellte sich als Politiker dar, der den sozialen Ausgleich suchte, während viele Chinesen durch den von der Parteiführung betriebenen rasanten Umbau der Wirtschaft unter die Räder kamen. Seine Anhänger gehen davon aus, dass Bo einen innerparteilichen Machtkampf verloren hat. Beobachter vermuten, dass der Ausgang des Verfahrens bereits feststeht und Bo schuldig gesprochen wird.

cw/gmf (rtr, afp, dpa)

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