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Lateinamerika

Ex-Armeechef Argentiniens festgenommen

Die mutmaßlichen Taten liegen Jahrzehnte zurück - und sie waren grauenvoll. Der General von einst lebt längst im Ruhestand. Doch seine Vergangenheit holt ihn ein. Jetzt griff die Justiz zu.

Der frühere Chef der argentinischen Streitkräfte, César Milani (Archivbild), ist unter dem Vorwurf schwerer Menschenrechtsverletzungen festgenommen worden. Wie ein Bundesrichter mitteilte, wird ihm vorgeworfen, in die Entführung von zwei Männern und einer Frau während der Militärdiktatur der 1970er Jahre verwickelt zu sein. Die Opfer wurden schwer gefoltert.

Milani war 2013 in der Amtszeit der linksgerichteten Präsidentin Cristina Fernández Kirchner zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt worden. Schon damals hatten Menschenrechtler auf seine Verwicklung in Diktaturverbrechen hingewiesen und eine juristische Untersuchung verlangt. Milanis Ernennung hatte auch im Parlament eine heftige Kontroverse ausgelöst. 2015 trat er aus persönlichen Gründen zurück.

Tagelang verschwunden und gefoltert

Eines der mutmaßlichen Opfer war Pedro Olivera. Im März 1977 wurde er in der Provinz Rioja festgenommen; mehrere Tage blieb er verschwunden. Später gab er an, von Milani gefoltert worden zu sein. Nach seiner Freilassung wurde auch sein Sohn gefoltert.

In einem weiteren Fall soll die damals 17-jährige Veronica Matta 1975 für mehrere Monate in einem Geheimlager gefangen gehalten und gefoltert worden sein. Auch hier soll Milani eine Mitschuld tragen.

Als Deserteur bezichtigt

Ein Richter der Provinz Tucumán hatte Milani zudem am Mittwoch beschuldigt, für das Verschwinden des Soldaten Alberto Ledo im Jahr 1976 mitverantwortlich zu sein. Er steht im Verdacht, ein Dokument gefälscht und "Desertion" als Grund für Ledos Verschwinden angegeben zu haben.

Der inzwischen pensionierte General Milani widersprach den Vorwürfen. Gegen den 62-Jährigen ermittelt die Justiz auch wegen illegaler Bereicherung.

Während der Militärdiktatur in Argentinien, die von 1976 bis 1983 dauerte, verschwanden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bis zu 30.000 Menschen. Etliche von ihnen wurden in Folterlagern des Regimes getötet. Viele Schicksale sind bis heute nicht geklärt.

jj/hk (epd, afp, ap)