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Wirtschaft

Europas Wirtschaft wächst wieder

Die Wirtschaft in den Ländern der Eurozone legt überraschend stark zu. In den ersten drei Monaten des Jahres wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent. Die Arbeitslosigkeit geht zurück.

Nach der am Freitag erstmals veröffentlichten Schnellschätzung des europäischen Statistikamts Eurostat hat sich das Wachstumstempo in der Eurozone damit verdoppelt. Es ist der stärkste Zuwachs seit einem Jahr. In den beiden Vorquartalen war das Bruttoinlandsprodukt nur um jeweils 0,3 Prozent gewachsen.

Zur Eurozone gehören insgesamt 19 Ländern, die größten und auch wirtschaftlich stärksten sind Deutschland und Frankreich. Jüngstes Mitglied der Währungsgemeinschaft ist Litauen, das Anfang des letzten Jahres beitrat.

Spanien stark

Für Deutschland rechnen Wirtschaftsforscher für die ersten drei Monate ebenfalls mit einem Wachstum von 0,6 Prozent. Die französische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal um 0,5 Prozent, weil die Ausgaben der Haushalte so stark zulegten wie seit 2004 nicht mehr. Zu den wachstumsstärksten Ländern Europas gehört derzeit Spanien - mit einem Plus von 0,8 Prozent.

Deutschland KaDeWe

Wachstumsstütze Konsum: KaDeWe in Berlin

Die ersten Daten aus den Euro-Ländern deuten darauf hin, dass kauffreudige Verbraucher die Konjunktur angeschoben haben. Sie profitieren offenbar von fallenden Energiepreisen und niedrigen Zinsen. Genaue Ergebnisse wollen die Statistiker erst Mitte Mai bekannt geben. Die europäische Währungsunion schlug sich damit weit besser als die weltgrößte Volkswirtschaft USA: Hier gab es zu Jahresbeginn nur ein Plus von rund 0,1 Prozent.

Wirtschaftsfachleute zeigten sich überrascht von den Eurostat-Zahlen: "Die Wirtschaft im Euro-Raum hat einen fulminanten Start ins Jahr 2016 hingelegt", sagte Christoph Weil, Ökonom bei der Commerzbank. "Das ist überraschend viel und deutlich über dem Trend", urteilte der Europa-Chefvolkswirt der Nordea Bank, Holger Sandte. "Zudem hat sich das Wachstum - anders als in den USA und Großbritannien - zu Jahresbeginn beschleunigt."

Problem Preisrückgang

In der Eurozone ging auch die Arbeitslosigkeit etwas zurück. Im März lag sie laut Eurostat bei 10,2 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit viereinhalb Jahren. Ein Problem bleibt die Preisentwicklung. Die Statistiker vermelden für den Monat April einen Negativtrend: Die Preise gingen um 0,2 Prozent zurück. Das nährt die Furcht vor einer Deflation in Europa, einer Abwärtsspirale bei den Preisen, die das Wachstum und den Konsum wieder ausbremsen könnte.

ar/zdh (dpa, rtr)

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