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Fußball

Europas Top-Schiris kommen aus Deutschland

Oft gescholten und nach dem Hoyzer-Skandal ganz genau unter die Lupe genommen worden sind Deutschlands Schiedsrichter. Dabei gelten sie als Top-Leute in Europa. In dieser Saison gibt es einen Generationenwechsel.

Manager und Trainer verschiedener deutscher Fussballvereine sitzen mit Schiedsrichtern am Runden Tisch. (Foto: AP Photo/ Matthias Schrader)

Schiedsrichter bei der Arbeit - auch neben dem Platz

Auch sie haben die Sommerpause gut genutzt und sich vorbereitet auf die neue Saison - die 21 deutschen Bundesliga-Schiedsrichter. "Wir haben die Schiedsrichter gut unterrichtet und sie gut vorbereitet – auch auf das neue Headset“, sagt Eugen Striegel, Schiedsrichter-Lehrwart beim Deutschen Fußball-Bund.

In dieser Saison neu: Headset und Torrichter

Schiedsrichter-Training (Foto: DPA/ARNE DEDERT)

Immer auf einer Linie - das Schiedsrichtergespann

Das Headset wird erstmals auch in der Bundesliga eingesetzt – bei der Champions League gehört es schon zur Ausrüstung dazu. Eine Änderung wird es in der neuen Europa League geben: Den von UEFA-Boss Michel Platini seit langem geforderten Torrichter. Er soll mit bloßem Auge entscheiden, ob der Ball die Linie überquert hat oder nicht. Der DFB schaut ganz genau hin. "Wir hätten lieber gesehen, wenn man ein technisches System verwendet hätte, zum Beispiel den Chip im Ball“, kritisiert Striegel. Menschliche Fehler könnten jetzt immer noch geschehen.

Weltweit ganz vorn mit dabei

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (li) in action (Foto: AP Photo/ Roberto Pfeil)

Pfeift vielleicht bald auch in der 1. Liga: Bibiana Steinhaus

International spielen Deutschlands Schiris eine ganz besondere Rolle. Mit Wolfgang Stark, Florian Meyer und Felix Brych sind drei deutsche FIFA-Schiedsrichter in der Topgruppe vertreten – die Maximalzahl. Sie werden weltweit eingesetzt - bei entscheidenden Champions League-Partien oder bei schwierigen WM-Qualifikationsspielen. Insgesamt stellt der DFB zehn deutsche FIFA-Schiedsrichtern, auch das ist das Maximum, erklärt Striegel. "Deutschland hat mit 80.000 Schiedsrichtern weltweit die meisten Schiedsrichter und darf deshalb diese maximale Zahl von zehn ausschöpfen.“

Auch die deutschen Schiedsrichterinnen haben sich europaweit einen Namen gemacht: Christine Beck war bei den Olympischen Spielen mit dabei und Bibiana Steinhaus wird bei der Frauen-EM in Finnland eingesetzt. Striegel prophezeit besonders ihr eine große Karriere. Nach zwei Jahren in der Zweiten Bundesliga habe sie sich einen Namen gemacht und sie sei sehr beliebt. Bei Spielern und Zuschauern. "Ich bin guter Dinge, dass sie vielleicht sogar mal den Sprung in die Bundesliga schaffen kann.“

Neue Rangordnung beim DFB

Schiedsrichter Herbert Fandel im Einsatz. Foto: Bernd Weißbrod dpa

Karriere beendet: Herbert Fandel

Sie gehört bereits jetzt schon zu den knapp 40 Unparteiischen, die es in die erste und zweite Bundesliga geschafft haben. Weil mit Markus Merk und Herbert Fandel in den letzten beiden Jahren arrivierte Referees zurückgetreten sind, gibt es eine neue Rangordnung. Zwei junge Schiedsrichter sind neu in die Bundsliga aufgestiegen: Felix Zwayer (28) und Marco Fritz (31). International ist Wolfgang Stark die neue Nummer eins, und er ist noch unter den letzten 36, die sich Hoffnungen machen auf die WM in Südafrika. Jedes Land darf nur einen einzigen Schiedsrichter stellen, der vor zwei Jahren von der FIFA nominiert werden musste. Fällt der Schiedsrichter aus verschiedensten Gründen aus, ist der Platz für das jeweilige Land verloren. Im März nominiert die FIFA den endgültigen Kader, nach etlichen Lehrgängen.

Für den ausgeschiedenen Fandel ist der 34-jährige Felix Brych nachgerückt. Das größte Talent des DFB. "Er wird eine ähnliche Karriere hinlegen wie Markus Merk oder Herbert Fandel“, ist Striegel überzeugt. Er wird über Jahre hinweg sicherlich zu den Top-Schiedsrichtern auf der ganzen Welt gehören, da haben wir große Hoffnungen.“

Das Thema Hoyzer ist abgehakt

Das Thema Hoyzer ist zwar abgehakt - steckt dem DFB aber auch heute noch in den Knochen. Noch immer herrscht Fassungslosigkeit. "Wir hätten nie gedacht, dass so was in Deutschland geschehen könnte. Aber wir haben Maßnahmen getroffen, so dass wir glauben, dass sich ein solcher Skandal nicht wiederholen wird“. Unter anderem werden die Ansetzungen erst kurz vor dem Spiel bekannt gegeben und Mentoren für junge Schiedsrichter eingesetzt. Die sollen den Talenten zur Seite stehen. "Wenn man überlegt, was Schiedsrichter in der Ersten Liga verdienen können, dann kann man nur den Kopf schütteln.“

Der Weg in die Erste Liga ist schwer, aber Striegel macht auch denen Hoffnung, die es bis jetzt noch nicht geschafft haben. Es ist nämlich noch ein Platz frei, der in den nächsten Monaten besetzt werden soll, verrät der Lehrwart. "Wir schauen uns die Kandidaten in den ersten Wochen der Saison ganz genau an, denn wir wollen den Kader auf 22 Bundesliga-Schiedsrichter erweitern.“

Autorin: Olivia Fritz

Redaktion: Arnulf Boettcher

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