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Filme

Europas Kinos vernetzen sich

Europäische Filme sind häufig von hoher Qualität, doch kommen sie gegen die amerikanische Massenware meistens nicht an. Sind EU-Fördermaßnahmen der Schlüssel, um dies zu ändern?

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Können durch EU-Förderungen mehr Menschen für europäisches Kino begeistert werden?

Im Jahre 1990 wurde von der Europäischen Union das Programm "Media" geschaffen, das zum Ziel hat, die europäische Filmindustrie zu fördern und gegen amerikanische Massenproduktionen zu verteidigen. Das Programm, das seit 2001 "Media Plus" heißt, hat für die Jahre 2001 bis 2005 ein Budget von 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Zunächst war es nur als reine Filmförderung gedacht, doch seit 1995 werden auch Kinos unterstützt. In diesem Kontext entstand dann "Europa Cinemas", ein Zusammenschluss europäischer Filmkunstkinos, die versuchen, ihr Publikum wieder für den europäischen Film und europäische Filmkultur zu begeistern.

Qualität statt Masse

Ein Beispiel: Das Kino "Rex" in Bonn zeigte kürzlich den französischen Film "L'Èquipier", zu deutsch: "Die Frau des Leuchtturmwärters". Ein Film, der in den meisten großen Kinos nicht laufen wird, da er nicht auf ein Massenpublikum zugeschnitten ist. Gerade dieser Tatsache will die Europäische Union aber mit "Media Plus" entgegenwirken. So erhält der Kinobetreiber Dieter Hertel Geld von der EU dafür, dass er Filme wie "L'Equipier" zeigt. Die Voraussetzungen für die EU-Förderung erfüllt er, da mehr als ein Drittel seines Programms aus europäischen Filmen besteht. Doch abgesehen von den EU-Förderungen steht für Hertel die Qualität eines Films im Vordergrund. Infolgedessen ist der Anteil des europäischen Films auch sehr hoch, weil die Qualität in Europa im Prinzip größer ist, als zum Beispiel die Filme, die in Amerika produziert werden.

Junge Leute überzeugen

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Das "Rex"-Kino ist seit 2002 Mitglied bei "Europa Cinemas". Mittlerweile umfasst diese Vereinigung 500 Kinos in 260 europäischen Städten. Immer mehr europäische Filmkunstkinos treten diesem Netzwerk bei, obwohl sich mit europäischen Filmen eigentlich kein großer Profit machen lässt.

Das weiß auch Cornelia Hammelmann, die im Auftrag der EU Filmförderung betreibt und entscheidet, welches Kino oder welcher Film vom "Media"-Programm der EU in Deutschland gefördert wird. Ihrer Meinung nach trauen sich Kinos mit dieser Unterstützung viel eher europäische Filme in ihr Programm aufzunehmen, die kein großes Publikum ansprechen. Generell existiere aber schon ein Publikum für europäische Filme, sagt Hammelmann, das je nach Themenbereich oder Nationalität variiert. Ihr geht es vor allen Dingen darum, ein junges Publikum anzuziehen, und diesem zu verdeutlichen, dass "es noch was anderes gibt als amerikanische Filme".

Keine rosige Zukunft

Kinos können von der "Media"-Förderung bis zu 50.000 Euro im Jahr erhalten. Mit einem Drittel des Geldes werden besondere Aktionen für Jugendliche, zum Beispiel Sondervorstellungen für Schulklassen, finanziert. Das junge Publikum müsse an diese Filme herangeführt werden, damit es den Wert des europäischen Films erkennt, sagt Cornelia Hammelmann.

Ohne den EU-Zuschuss sähe Kinobetreiber Härtel momentan schwarz. Im vergangenen Jahr sind seine Umsätze um 12 Prozent zurückgegangen. Bis 2004 hat er die Subventionen vor allem für Werbung ausgeben können oder dafür, dass Öffentlichkeitsarbeit, wie Programmheft oder Internetseiten, qualitativ verbessert werden konnte. Doch "jetzt geht es um meine Existenz", sagt Hertel. Insofern wird die Hoffnung von Cornelia Hammelmann, dass die Filmkunstkinos irgendwann nicht länger auf eine Subvention der Europäischen Union angewiesen sind, ein vorerst noch weit entferntes Ziel.

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