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Fußball

Europapokal-Aus an der Anfield Road

Der FC Augsburg muss sich mit dem knappsten aller Ergebnisse beim großen FC Liverpool geschlagen geben, macht das Spiel aber bis zum Schluss spannend. Leverkusen und Dortmund ziehen ins Achtelfinale ein, Schalke nicht.

Die Fans des FC Liverpool mochten gar nicht mehr hinsehen, als der Augsburger Konstantinos Stafylidis in der 89. Minute einen Freistoß ausführte. Der kleine Verein aus Deutschland, der noch nie auf der großen europäischen Bühne stand, war drauf und dran, den "Reds" ein Tor einzuschenken - und das hätte nach dem 0:0 im Hinspiel wegen der Auswärtstorregel für ein Weiterkommen gereicht. Doch der Ball rauschte nur wenige Zentimeter rechts am Tor vorbei und so musste sich der FC Augsburg mit einem 0:1 (0:1) geschlagen geben. "Schade. Im Grunde hat nicht viel gefehlt", sagte FCA-Manager Stefan Reuter.

Historischer Tag für den FCA

Im größten Spiel ihres Lebens hatten sich die Männer von Trainer Markus Weinzierl viel vorgenommen, um das Fußballwunder zu schaffen und den übermächtigen FC Liverpool aus dem Europapokal-Wettbewerb zu werfen. Doch bereits nach fünf Minuten zeigte der französische Schiedsrichter Clement Turpin auf den Elfmeterpunkt - er hatte ein Handspiel von Dominik Kohr gesehen. Es war eine zweifelhafte Entscheidung, und sie entschied über den Einzug in die nächste Runde. James Milner verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0. Daraufhin hatten die Gastgeber an der legendären Anfield Road das Spiel in der Hand und kamen zu den besseren Chancen, die regelmäßig vom Augsburger Torwart Marwin Hitz vereitelt wurden. Allein Coutinho hätte Liverpool mehrfach mit dem 2:0 in Führung bringen können.

Der FCA, der personalgeschwächt in die Partie gegangen war, kam jedoch im zweiten Durchgang besser ins Spiel und legte alle Nervosität vor dem großen Namen FC Liverpool endgültig ab. Dessen Trainer Jürgen Klopp musste mit ansehen, wie seine Abwehr wiederholt ins Schwimmen geriet und sich der Bundesligist einige gute Chancen herausspielte. Caiuby, Tobias Werner und der spät eingewechselte Raul Bobadilla sorgten noch einmal für Gefahr im gegnerischen Strafraum, konnten aber auch nichts mehr ausrichten. "Das war ein absolutes Highlight. Die Fans haben die Mannschaft zu Recht gefeiert", sagte Coach Weinzierl, der sich mit seinem Team nun wieder auf den Klassenerhalt in der Bundesliga konzentrieren kann. Klopp stimmte sich dagegen mit Liverpool, das sich die Aufgabe in der Zwischenrunde sicherlich leichter vorgestellt hat, auf die erste Titelchance am Wochenende im Ligapokalfinale gegen Manchester City ein.

Dortmund souverän weiter

Die Spielszene zum 1:0 für den BVB (Foto: Getty Images/AFP/F. Long)

BVB ohne Mühe im Achtelfinale

Auch Klopps Ex-Verein ist eine Runde weiter und hat einmal mehr seine Titelambitionen in diesem Wettbewerb unterstrichen. Nach dem 2:0 im Hinspiel gewann Borussia Dortmund mit 1:0 (1:0) beim Champions-League-Absteiger FC Porto. Ein Eigentor des ehemaligen Welttorhüters Iker Casillas besiegelte schon früh das Aus der Portugiesen (23.). Dabei hätte der Treffer nicht zählen dürfen, denn Dortmunds Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang stand im Abseits, ehe er die Latte traf. Iker Casillas bugsierte den Ball letztendlich über die Linie. Das Tor wurde gegeben und so verbrachte der BVB im Estádio do Dragão von Porto einen entspannten Abend. BVB-Keeper Roman Bürki, der den angeschlagenen Europa-League-Stammkeeper Roman Weidenfeller ersetzte, hielt dermaßen stark, dass Dortmund nicht mehr in Bedrängnis geriet.

Leverkusen macht es spannend

Leverkusen-Spieler jubeln (Foto: Reuters/W. Rattay)

Bellarabi mit einem Traumtor

Ebenfalls ins Achtelfinale eingezogen ist Bayer 04 Leverkusen. Nach den Aufregungen um den Eklat vom Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund zeigte sich Bayer konzentriert und siegeshungrig. Die Werkself, die das Hinspiel gegen Sporting Lissabon bereits auswärts mit 1:0 für sich entschieden hatte, gewann auch ihr Heimspiel mit 3:1 (1:1). Nationalspieler Karim Bellarabi, der in Lissabon bereits für das entscheidende Tor gesorgt hatte, traf doppelt (29. und 65.), Hakan Calhanoglu (87.) sorgte für den Endstand. Zwischenzeitlich hatte João Mário (38.) den Ausgleich für Sporting erzielt, die Gäste waren daraufhin phasenweise überlegen, bevor Bellarabi mit einem Traumtor für die Vorentscheidung sorgte. Nur 26.585 Zuschauer verfolgten in der nicht ausverkauften BayArena den Achtelfinal-Einzug der Leverkusener. "In der Europa League haben wir jetzt ein Zeichen gesetzt", befand Torwart Bernd Leno. "Die Mannschaften werden jetzt Respekt vor uns haben."

Blamables Aus für Schalke

Die Spieler von Schachtjor Donezk jubeln (Foto: Getty Images/Bongarts/L. Baron)

Ein Abend zum Vergessen für Schalke

Auch die Schalke-Arena war mit nur 45.308 Zuschauern nicht ausverkauft. Und diejenigen, die ihre Königsblauen im Duell mit Schachtjor Donezk unterstützen wollten, erlebten einen durchweg enttäuschenden Europapokalabend. Nach dem 0:0 im Hinspiel, das S04 klar dominiert hatte, musste sich die Elf von André Breitenreiter mit 0:3 (0:1) geschlagen geben - eine genauso erschreckend wie verdient hohe Niederlage. Die Brasilianer Marlos (27.) und Facundo Ferreyra (63.) sowie der Ukrainer Wiktor Kowalenko (77.) erzielten die Treffer gegen harmlose Schalker. "Wenn du so ausscheidest, ist das natürlich kein schöner Abend. Das ist sehr ernüchternd und sehr, sehr bitter", sagte Schalkes Torwart Ralf Fährmann im TV-Sender Sky. Der Bundesliga-Sechste, der auch im DFB-Pokal bereits früh ausgeschieden ist, scheiterte damit im fünften Jahr nacheinander vor heimischer Kulisse im Europapokal und schlingert nach drei Bundesligaspielen ohne Sieg endgültig in eine Krise. Besonders bitter: Mittelfeldspieler Leon Goretzka musste mit Verdacht auf Schultereckgelenksprengung ausgewechselt werden.

Die Gegner von Leverkusen und Dortmund werden am Freitag ermittelt, dann findet die Auslosung des Achtelfinales der Europa League in Nyon statt. Alle Ergebnisse der Zwischenrunde finden Sie hier.

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