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Fußball

EU-Parlament für sofortigen Blatter-Rücktritt

Das Europaparlament mahnt eine radikale Reform des Fußball-Weltverbands FIFA an. Joseph Blatter sei als Präsident nicht länger haltbar. Der Schweizer schließt einen sofortigen Rücktritt allerdings aus.

Der noch amtierende FIFA-Präsident Joseph Blatter sollte nach Auffassung des EU-Parlaments sofort von einem Übergangs-Präsidenten abgelöst werden, "damit dringend erforderliche Reformen des Verbandes begonnen werden können". Bis zur Ernennung einer neuen Führung könnten noch bis zu neun Monate vergehen, heißt es in einer Entschließung, die alle sieben Fraktionen des EU-Parlaments in seltener Einmütigkeit in Straßburg verabschiedeten. Die Korruption innerhalb der FIFA sei "zügellos, systembedingt und tief verwurzelt".

Null Toleranz für Korruption

Bis Ende 2016 solle eine Reformkommission die Grundlage für künftig transparentere Abläufe in der FIFA schaffen, heißt es in der Resolution. Verlangt werden eine "Nulltoleranz-Politik in Bezug auf Korruption im Sport", eine radikale Reform der Strukturen und Verfahren der FIFA, eine "externe und unabhängige Finanzprüfung" und die Begrenzung von Amtszeiten. Der so genannte Garcia-Report über die Ermittlungen zur umstrittenen Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar müsse vollständig veröffentlicht werden. Die Resolution des Europaparlaments ist zwar nicht bindend, aber ein weiteres starkes politisches Signal, da auch die EU-Regierungen grundlegende Reformen der FIFA angemahnt haben.

Niebler: "Blatter kann unmöglich länger bleiben"

"Es ist unfassbar, dass Blatter als ewiger Präsident angesichts der Schwere der Vorwürfe nicht sofort und uneingeschränkt die Verantwortung übernimmt", sagte die Europa-Abgeordnete Angelika Niebler (CSU). "Er kann unmöglich noch bis zur Neuwahl Ende des Jahres amtieren." Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Europa-Abgeordneten, Petra Kammerevert, sieht den "Weg frei für umfangreiche Reformen und eine Neuausrichtung der FIFA. Ein einfaches Übergehen zur Tagesordnung darf es nicht geben."

Blatter reagiert prompt

Blatter selbst sieht dagegen nach dem Vorstoß des Europaparlaments keinen Handlungsbedarf. "Die FIFA ist über die Aufforderung irritiert. Der FIFA-Präsident hat bereits erklärt, sein Mandat auf einem außerordentlichen Kongress niederzulegen", erklärte eine FIFA-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Walter De Gregorio bei einer früheren FIFA-Pressekonferenz. Foto: Reuters

Walter de Gregorio

Zuvor wurde bekannt, dass mit Mediendirektor Walter De Gregorio ein leitender Angestellter der FIFA seinen Hut nimmt. Der 50 Jahre alte Schweizer verkündete seinen sofortigen Abschied, ohne Gründe dafür zu nennen. De Gregorio stehe dem Fußball-Weltverband aber noch bis Ende des Jahres als Berater zur Verfügung, teilte die FIFA mit. Der bisherige Stellvertreter Nicolas Maingot aus Frankreich wird als Mediendirektor einspringen. De Gregorio hatte den Posten im September 2011 übernommen.

sn/asz (dpa, sid, AFP)

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