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Aktuell Afrika

Etliche Tote bei Gefechten in Libyen

Die Lage in Libyen wird immer unübersichtlicher. Ein Ex-Generalmajor hat Offiziere um sich geschart und Angriffe auf islamistische Brigaden befohlen. Die Regierung verurteilt sein eigenmächtiges Vorpreschen als illegal.

Angehörige der libyschen Armee haben in der östlichen Stadt Bengasi auf eigene Faust zwei Stützpunkte islamistischer Milizen angegriffen. Bei den Kämpfen wurden auf beiden Seiten mindestens 24 Menschen getötet, wie Krankenhäuser in der Region mitteilten. Mindestens 120 Menschen erlitten Verwundungen. Der Befehl für die Militäraktion wurde nicht vom Generalstab in Tripolis gegeben, sondern von dem ehemaligen Generalmajor Jener Chalifa Haftar.

Nach einem Bericht des Nachrichtenportals "Al-Wasat" schlossen sich einige Offiziere der Luftwaffe und Angehörige einer in Bengasi stationierten Spezialeinheit den Gefolgsleuten Haftars an. Diese beschossen in der Stadt nach Berichten von Augenzeugen mit Unterstützung von Kampfflugzeugen Positionen der islamistischen Bewegung "Brigade des 17. Februar". Die islamistischen Milizionäre feuerten aus Flugabwehrgeschützen auf die angreifenden Flugzeuge. Wegen der anhaltenden Kämpfe schlossen die Behörden den Flughafen von Bengasi.

Eine Parallel-Armee?

Haftars Gruppe nennt sich selbst "Nationale Armee". Ein Sprecher der Gruppierung sagte einem örtlichen Rundfunksender, der ehemalige General habe einen "groß angelegten Einsatz" begonnen, "um Terroristengruppen aus Bengasi zu spülen". Haftar hatte erst im Frühjahr erfolglos versucht, die Regierung zu stürzen.

Kommandeure der Armee in den östlichen Städten Tobruk und Al-Beidha lobten das eigenmächtige Vorgehen in Bengasi, wollten aber keine Truppen dorthin schicken. Auch Teile der Bevölkerung im Osten Libyens reagierten positiv auf die Operation gegen die Extremisten, die sich selbst als "Revolutionäre" bezeichnen.

Der libysche Generalstab bestritt die Beteiligung regulärer Truppen an den Kämpfen. Generalstabschef Abdel Salam al-Obeidi forderte die Luftabwehr-Truppen in Bengasi auf, keine Angehörige anderer Einheiten und keine bewaffneten Zivilisten auf ihren Stützpunkten zu dulden. Der Chef der Übergangsregierung, Abdullah al-Thinni, kritisierte die Offensive in Bengasi. Er sagte in einer Fernsehansprache: "Wir betrachten die Operation, die heute stattfand, als Verstoß gegen die Legitimität."

Algerien wird nervös

Inzwischen entsandte das Nachbarland Algerien eine Spezialeinheit, um mit einer Militärmaschine seinen Botschafter und dessen Mitarbeiter auszufliegen. Zuvor war eine Drohung militanter Kräfte gegen die Botschaft eingegangen.

Video ansehen 00:26

Tote nach Kämpfen in Libyen (25.11.2013)

Der Osten Libyens hat sich seit dem Sturz des Regimes von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi 2011 zu einem weitgehend rechtsfreien Raum entwickelt. In der Stadt Derna versuchen radikale Islamisten, einen "Scharia-Staat" zu etablieren. In Bengasi fielen dutzende Sicherheitskräfte Attentaten zum Opfer. Die Attentäter wurden nicht bisher gefasst. Auch für den Angriff auf das US-Konsulat im September 2012 in Bengasi werden Islamisten verantwortlich gemacht. Dabei waren der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden.

kle/haz (afp, dpa, ape, rtre)

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