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Deutschland

Es geht um unsere Kinder

Die Konzentration von THC in Cannabis-Produkten ist ebenso gestiegen wie der Konsum unter Jugendlichen. Deshalb muss auch über Verbote diskutiert werden, meint Kay-Alexander Scholz.

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Natürlich ist der falsche Umgang mit Alkohol in Deutschland ein weitaus größeres Problem als Cannabis-Rauchen. Nur: Ein Problem zu ignorieren, weil man mit dem anderen nicht umzugehen weiß, das kann die Lösung auch nicht sein.

Und natürlich ist es aus der Perspektive eines hedonistisch geprägten Erwachsenen irgendwie komisch, sich für ein Wiederverbot von weichen Drogen wie Cannabis auszusprechen. Nur: Es geht dabei nicht allein um subjektive Freiheiten, sondern auch um Kinder- und Jugendschutz. Denn in diesen Altersgruppen ist Kiffen längst zum Problem geworden.

Psychische und kognitive Defizite

Es darf einen nicht kalt lassen, wenn man liest, dass in Suchtberatungsstellen 14-Jährige behandelt werden, die schon seit Jahren kiffen. Wenn Ärzte davor warnen, dass pubertierende Kiffer psychische und kognitive Defizite haben. Wenn Betroffene selbst zugeben, dass sie ihre Schulausbildung vergeigt haben, weil sie ständig benebelt unter einer Cannabis-Glocke lebten. Wenn Lehrer davon berichten, dass inzwischen die Mehrheit ihrer Schüler regelmäßig Haschisch oder Gras raucht. Und wenn man schon mal eine verzweifelte Mutter erlebt hat, die keinen Zugang mehr zu ihrem dauerkiffenden Sohn findet.

Sollte politisches Handeln nicht genau durch solche Geschichten aus dem Leben provoziert werden - fern jener ideologisch geprägten Drogendiskurse, die sich wenig für ein Einzelschicksal interessieren? Es muss neu darüber nachgedacht werden, ob die Legalisierung von weichen Drogen der richtige Weg ist.

Wenn Kiffen nur ein Problem in Altersheimen wäre, dann hätte ich nichts dagegen. Aber es geht hier um jene, die ihr Leben noch vor sich haben - und da hört der Spaß auf.

Und noch eines, liebe Eltern: Das Zeug, das ihre Kinder jetzt kiffen, hat nur wenig mit dem zu tun, das sie vielleicht noch kennen. Die Konzentration von THC, dem Hauptstoff von Cannabis hat sich teilweise versiebenfacht. So weich ist die Droge nämlich gar nicht mehr.

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