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Vogelgrippe in Europa

Erstmals Vogelgrippe in Sachsen-Anhalt

Die Sorgen vor der weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe wachsen: Mit Sachsen-Anhalt ist nun das zwölfte Bundesland in Deutschland betroffen. Der aggressive H5-Virus hat Auswirkungen in ganz Europa.

Deutschland Vogelgrippe Sperrbezirk Hinweisschild in Berlin Kreuzberg (imago/snapshot/K. M. Krause)

Ein Hinweisschild warnt in Berlin-Kreuzberg vor dem Betreten eines gesperrten Geländes

Die aktuelle Vogelgrippe-Epidemie hat nun auch Sachsen-Anhalt erreicht. Gleich zwei Fälle habe das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt, teilte das Umweltministerium in Magdeburg mit. Die für Menschen ungefährliche H5N8-Variante sei bei einem toten Schwan im Jerichower Land und in einer kleinen Hühnerhaltung im Landkreis Harz nachgewiesen worden. "Aufgrund der neuen Risikolage haben wir sofort entschieden, eine landesweite Aufstallung von Geflügel anzuordnen, in begründeten Einzelfällen sind jedoch auch Ausnahmen möglich", erklärte Umweltministerin Claudia Dalbert.

Am Mittwoch war der erste Vogelgrippe-Fall in einem Mastbetrieb in Niedersachen seit der aktuellen Verbreitung der Geflügelpest gemeldet worden. Im Landkreis Cloppenburg wurde der hochansteckenden Erreger-Variante H5N8 bestätigt. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern befielen die für alle Vögel hochgradig tödlichen Erreger bereits mehrfach Nutzgeflügelbestände. Darunter waren zumeist kleinere Haltungen, aber auch ein Zuchthühnerbetrieb mit rund 30.000 Tieren in Schleswig-Holstein.

Insgesamt zwölf Bundesländer betroffen

In Deutschland und anderen europäischen Staaten breitet sich derzeit über Wildvögel der hochgefährliche Vogelgrippe-Erreger H5N8 aus. Mit dem neuen Fall in Sachsen-Anhalt sind inzwischen zwölf Bundesländer in Deutschland betroffen. Auf Bundes- und Landesebene ergriffen die Behörden zahlreiche Gegenmaßnahmen, um die wirtschaftlich potenziell verheerende Ausbreitung der Seuche auf Nutztierbestände zu verhindern. Am Montag trat eine Eilverordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Kraft, die auch die Besitzer kleinerer Geflügelbestände zu Schutzmaßnahmen verpflichtet. Dazu zählen die Benutzung von Einwegkleidung beim Betreten von Ställen, das Sichern der Betriebe gegen unbefugtes Eindringen und die Desinfektion von Schuhen.

Importstopp bei 16 Ländern

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium werden Geflügel und Geflügelprodukte aus Deutschland in 30 Länder exportiert. Bislang haben Israel, Japan, Südafrika und Südkorea einen Importstopp erlassen. Bei weiteren zwölf Ländern greift automatisch ein Importverbot mit Auftreten der Vogelgrippe.

Deutschland Vogelgrippe Untersuchung in Krefeld (picture-alliance/dpa/I. Fassbender)

Ein Fasan, eine Schleiereule und eine Gans mit Verdacht auf Vogelgrippe werden in Krefeld untersucht

Virus vermutlich aus Russland eingeschleppt

In Deutschland wurde das Virus bisher vor allem im Süden und Norden bei verendeten Wildvögeln gefunden. Der Erreger sei vermutlich von Zugvögeln aus Russland eingeschleppt worden, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter. Demnach war das Virus im Sommer 2016 bei Wildvögeln in Zentralrussland, in Sibirien und der Mongolei nachgewiesen worden. Da der aktuell in Mitteleuropa auftretende Erreger dem im Sommer gefundenen sehr ähnele, könne man davon ausgehen, dass er von dort über Wildvögel nach Westen gelangt sei. 

mar/kle (dpa, afp, rtr)