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Transatlantische Beziehungen

Erster Auftritt von Kanzlerin Merkel und US-Präsident Trump

Chaos à la Donald Trump oder Ordnung à la Angela Merkel? Das war die Frage im Vorfeld des ersten gemeinsamen Auftritts. So viel vorweg: Er lief deutlich gesitteter ab als Trumps vorige Pressekonferenzen in Washington.

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Kanzlerin Merkel zu Gast in Washington

Mit Spannung war er erwartet worden, der erste gemeinsame Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump. Würden sich die beiden anschauen, lächeln oder nur angespannt nach vorne schauen? Die Körpersprache beider Politiker wurde genau so scharf beobachtet wie ihren Worten gelauscht. Ernst traten die Kanzlerin und der US-Präsident in den Presseraum des Weißen Hauses.

Merkel dankt Trump für "warmherzigen Empfang"

Trump lobte zunächst die produktive Zusammenkunft von deutschen und US-amerikanischen Unternehmen. Er dankte Merkel für ihre Zusage, die Verteidigungsausgaben zu steigern und für die Unterstützung der NATO. Beide Länder müssten gegen radikalen islamischen Terrorismus und den IS kämpfen und den sogenannten "Islamischen Staat" besiegen. Er betonte, Einwanderungspolitik und Sicherheit beider Länder müssten geschützt werden. Die enge deutsch-amerikanische Freundschaft beruhe auf gemeinsamen Werten, auf den Rechten des Einzelnen, auf Rechtstaatlichkeit und auf dem Bemühen für den Frieden der Völker, so Trump.

Merkel dankte dem US-Präsidenten für den warmherzigen Empfang im Weißen Haus. Es sei ein gutes erstes persönliches Gespräch gewesen, sagte die Kanzlerin und fügte hinzu, sie habe immer gesagt, es sei besser miteinander als übereinander zu sprechen.

Gesitteter Ton vom US-Präsidenten

Auch die Kanzlerin sprach das Thema der NATO an und dankte Trump für seine "Bestätigung der sehr wichtigen Rolle der NATO". Der US-Präsident hatte zuvor seine Unterstützung für das Militärbündnis bekräftigt, nachdem er in der Vergangenheit Zweifel daran geschürt hatte.

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Kein Gute-Laune-Besuch: Carsten von Nahmen aus Washington

Gleichzeitig versicherte Merkel, Deutschland werde an seinem Versprechen festhalten, die Verteidigungsausgaben auf  zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen.

Bei den Fragen der Journalisten blieb der US-Präsident diesmal gelassen. Er sei für internationalen Handel, aber bei diesem seien die USA in den vergangenen Jahren oft unfair behandelt worden. Deswegen würden viele Fabriken wieder zurück in die USA kommen. Er werde eine großartige Politik für die ganze Welt machen.

Trump will weiter twittern bei "Fake News"

Gesittet im Ton zeigte sich Trump auch auf die Frage einer deutschen Journalistin nach seiner Abschottungspolitik gegenüber Einwanderern wie auch in der Wirtschaftspolitik. Er sei nicht für Isolierung, so Trump. Und dann kamen doch wieder gewohnte Aussagen: Er wisse ja nicht, in welcher Zeitung sie dies gelesen habe, aber das sei eben ein Fall von "Fake-News".

Und auch mit dem Twittern wolle er weitermachen, antwortete Trump einem anderen deutschen Journalisten, denn so könne er Wahrheiten an den Medien vorbei verbreiten, wenn sich diese wieder einmal Lügen ausdächten. Bisher habe er keinen einzigen Tweet bereut.

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Kein Handschlag?

Die Kanzlerin bleibt gelassen

Solche Worte mögen auch bei Angela Merkel Unbehagen ausgelöst haben, doch äußerlich ließ sich die Kanzlerin nichts anmerken, schwenkte in ihrer Antwort wieder rasch auf die Wirtschaftspolitik und die Chancen von gemeinsamen Positionen um. Natürlich müsse Globalisierung fair gestaltet werden, sagte Merkel - ein Konsens-Satz, der sich auch auf anderen Pressekonferenzen sagen ließe. Und blieb die Kanzlerin auch gelassen, so ganz unangenehm dürfte es ihr nicht gewesen sein, als Trump nach einer ihrer Antworten die Pressekonferenz mit einem relativ abrupten "thank you very much" in Richtung der Journalisten beendete.

 

cw/sti (dpa, afp)

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