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Aktuell Amerika

Erste Reagenzglas-Hunde in den USA geboren

Jahrzehntelang wurde experimentiert bis der Durchbruch gelang: In den USA kamen die ersten Welpen zur Welt, die im Reagenzglas gezeugt wurden. Forscher hoffen nun auf Möglichkeiten zur Rettung gefährdeter Tiere.

Sie sind die Ersten ihrer Art: Die zwei Beagle-Cockerspaniel-Welpen und fünf Beagles, die durch künstliche Befruchtung im Labor entstanden. In der Zeitschrift "PLOS ONE" berichten Wissenschaftler der Cornell University im US-Staat New York über das Ergebnis und den Weg ihrer Forschung.

Für die sogenannte In-Vitro-Fertilisation befruchteten die Forscher im Labor reife Eizellen und froren die Embryos ein. Einer Hündin wurden dann 19 Embryos eingesetzt. Gut zwei Monate später kam der Wurf mit sieben gesunden Welpen zur Welt, fünf von ihnen per Kaiserschnitt. Sie wurden laut BBC bereits im Sommer geboren.

"Neue Möglichkeiten zum Schutz bedrohter Rassen"

Seit Mitte der 1970er Jahre hätten Forscher an der In-Vitro-Fertilisation bei Hunde ohne Erfolg geforscht, sagte der Studienleiter und Reproduktionsbiologe an der Cornell University, Alex Travis. Für Wissenschaftler eröffneten sich damit neue Möglichkeiten, seltene Rassen und bedrohte, mit dem Hund verwandte Tierarten vor dem Aussterben zu retten, schreibt das Team.

"Wir können Sperma einfrieren und lagern und es für künstliche Befruchtung nutzen. Wir können auch Eizellen einfrieren, aber ohne In-Vitro-Befruchtung konnten wir sie nicht nutzen", schrieb Travis in einer Mitteilung der Universität. "Nun können wir diese Technik nutzen, um die Gene von gefährdeten Arten zu bewahren."

Andere Wissenschaftler sind skeptisch

Die Forscher versprechen sich auch neue Erkenntnisse, um Erbkrankheiten bei Hunden zu verhindern. Aufgrund vieler ähnlicher Leiden bei Mensch und Hund könne dies auch bei der Bekämpfung genetisch bedingter Krankheiten des Menschen nützlich sein.

Ganz so euphorisch sind andere Wissenschaftler in diesem Punkt allerdings nicht. So betont Fred Sinowatz, Embryologe in der Tiermedizin der Universität München, es gebe viele Unterschiede zwischen Mensch und Hund. Zudem kenne er keine Spezies, die akut bedroht und gleichzeitig so eng mit dem Hund verwandt sei, dass die Technik verwendet werden könnte. Es sei sinnvoller, Tiere auf andere Weise zu schützen.

cw/uh (dpa, afpe, rtre)