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Kultur

Erste Hilfslieferungen in Birma eingetroffen

Mit zweitägiger Verzögerung ist eine Hilfslieferung des Welternährungsprogramms (WFP) für die Opfer des Zyklons in Birma eingetroffen. Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist weiter nicht überschaubar.

UN Hilfslieferungen für Birma, Quelle: AP

Hilfsgüter für Birma

Das Welternährungsprogramm erklärte am Donnerstag (08.05.2008), die Militärregierung in Birma habe schließlich eine Landeerlaubnis erteilt. Zuvor hatte die Organisation beklagt, dass zwar drei Flugzeuge im Ausland bereit stünden, die Landeerlaubnis aber noch ausstehe.

Ein ursprünglich geplanter Flug einer US-Transportmaschine soll hingegen nun doch nicht stattfinden. Dies gab die US-Botschaft in Bangkok bekannt. Es sei unklar, ob die zuvor verkündete Einreise-Erlaubnis durch die Militärregierung ein Missverständnis gewesen sei oder ob die Regierung diese zurückgezogen habe.

"Ich weiß nicht, ob sie ihre Entscheidung zurückgenommen haben oder ob es ein Missverständnis war", sagte US-Botschafter Eric John vor Journalisten im thailändischen Bangkok.

Seuchengefahr

Myanmar Bewohner füllen Wasser in Tanks, Quelle: AP

Durch verschmutztes Wasser droht Seuchengefahr

Wegen des verschmutzten Trinkwassers ist die Seuchengefahr nach Einschätzung von Experten in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Weil Brunnen mit verkeimtem Oberflächenwasser überschwemmt wurden, könnten sich Erreger wie Typhus und Cholera leichter ausbreiten, sagte Christine Geffers von der Berliner Charité.

Auch mit Hepatitis A könnten sich die Menschen über das mit Fäkalien verschmutzte Wasser infizieren. Das Cholera-Bakterium verursache extreme Durchfälle mit schwerem Wasserverlust, der bei Kindern und geschwächten Erwachsenen tödlich sein könne, warnte Geffers. Das Trinkwasser sei definitiv die größte Seuchengefahr.

5000 Quadratkilometer unter Wasser

Luftaufnahme Überschwemmungen, Quelle: AP

Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung

Nach dem Zyklon stehen in Birma noch immer rund 5000 Quadratkilometer Land unter Wasser. Das teilte ein Sprecher der UN-Behörde für die Koordinierung von Hilfseinsätzen in Bangkok mit. "Es gibt mehr als eine Million Hilfsbedürftige", sagte der Sprecher. Um den Notleidenden zur Hilfe zu kommen, würden Schiffe, Hubschrauber und Lastwagen benötigt.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen kommen in weiten Teilen des Landes kaum voran. "Auf den Flüssen kann man sich nicht fortbewegen, so viel Schutt ist da drin", berichtete Wolfgang Jamann von Care Deutschland-Luxemburg. Viele Straßen seien kaum passierbar. Zudem sitzen nach Angaben des Malteser Hilfsdienstes zahlreiche Mitarbeiter in Rangun fest.

Opferzahlen unklar

Das genaue Ausmaß der Katastrophe ist weiter unklar. Es werden Zahlen zwischen 23.000 und 100.000 Toten genannt. Bis zu einer Million Menschen sind nach UN-Schätzungen obdachlos.

Eine hochrangige US-Diplomatin in Birma vermutet sogar mehr als 100.000 Opfer. Darauf deuteten Daten einer unabhängigen internationalen Organisation hin, zitierte der US-Sender CNN die US-Geschäftsträgerin in Rangun, Shari Villarosa. Um welche Organisation es sich handelt, sagte sie nicht. (pb)

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