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Aktuell Welt

Erste Bilder aus Kunstfund im Internet

Kaum waren die ersten 25 Werke aus dem "Schwabinger Kunstfund" online, brach die Website "lostart" wegen Überlastung zusammen. Mit der Veröffentlichung sollen die Besitzverhältnisse der Bilder schnell geklärt werden.

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Münchner Kunstfund im Netz

Rund eine Woche nach dem Bekanntwerden des spektakulären Funds von rund 1400 Gemälden in der Wohnung des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt in München-Schwabing haben die Behörden eine Liste mit 25 Werken im Internet veröffentlicht. Bilder "mit entsprechenden dringenden Verdachtsmomenten auf NS-verfolgungsbedingten Entziehungshintergrund" wurden in die Plattform "lostart.de" der Koordinierungsstelle Magdeburg eingestellt, wie die das bayerische Justizministerium, das Kultusministerium sowie das Bundesfinanzministerium und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten.

Unter den Werken sind Bilder von Marc Chagall, Eugène Delacroix, Carl Spitzweg und Otto Dix.

Um die Untersuchungen voranzutreiben, vereinbarten Berlin und München die Bildung einer sechsköpfigen "Taskforce" aus Kunstexperten. "Die Herkunftsrecherche muss nun zügig vorangehen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. "Wir wollen das vorantreiben, und wir werden noch in dieser Woche weitere Einzelheiten zum Prozedere bekanntgeben können." Seibert zeigte dabei Verständnis für Kritik am Vorgehen der Behörden.

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder, hatte die Bundesregierung erst am Montag in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" aufgefordert, "die Bilder sichtbar zu machen". Der gesamte Fundus müsse ins Internet gestellt werden.

Es sei wertvolle Zeit vergeudet worden. "Weder die möglichen Anspruchsberechtigten noch etwaige Zeugen im Rückgabeverfahren werden jünger", zitierte die Zeitung den WC-Präsidenten. Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt gegen Gurlitt wegen Steuerhinterziehung. Im Februar 2012 hatte sie die Kunstwerke in der Wohnung des 79-Jährigen beschlagnahmt. Dies war erst vor gut einer Woche durch einen Medienbericht bekanntgeworden.

In der gemeinsamen Erklärung der Ministerien in Berlin und München hieß es, nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft müssten knapp 1000 der gefundenen Werke von Experten überprüft werden. Bei rund 380 handele es sich im Gemälde der Moderne die von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" diffamiert und aus den Museen entfernt worden waren. Bei knapp 600 Bildern bestehe der Verdacht, dass die Nazis sie den rechtmäßigen Besitzern geraubt oder abgepresst hätten. Gurlitts Vater Hildebrand war eine zentrale Figur des Kunsthandels in Nazi-Deutschland.

wl/SC (dpa, afp)

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