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Nahost

Erneuter Anschlag in Bagdad

Bei der Explosion einer Autobombe in Bagdad sind am Montagmorgen mindestens 15 Menschen getötet und 50 verletzt worden. Unterdessen setzte eine Terrorgruppe ein Kopfgeld auf den irakischen Ministerpräsidenten Allawi aus.

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Die Explosion hat einen tiefen Krater in die Straße gerissen


Ein neuer Autobombenanschlag auf eine Polizeistation in Bagdad hat am Montagmorgen (19.7.2004) mindestens 15 Menschen das Leben gekostet. Etwa 50 weitere Personen wurden nach Behördenangaben verletzt, als ein Tanklastwagen vor der Wache in einem Vorort der irakischen Hauptstadt explodierte.

Arabische Nachrichtensender berichteten von neun Getöteten. Das US-Militär sprach dagegen von sieben toten Irakern. Wie ein US-Militärsprecher in Bagdad sagte, handele es sich bei den Toten um einen Polizisten und sechs Zivilisten. Die Wucht der Explosion riss einen zwei Meter tiefen und fünf Meter breiten Krater in den Boden.

Terrorziel: Polizei

"Wir hatten uns vor der Wache versammelt, um die Befehle für den Tag entgegenzunehmen", berichtete ein verletzter Polizist. "Es standen viele Beamte auf Platz, als der Tankwagen explodierte." Das Fahrzeug fiel in dem Industriegebiet im südwestlichen Stadtviertel Seidijeh zunächst nicht auf, bis es plötzlich beschleunigte und auf die Polizeiwache zuraste. Etwa 150 Meter vor dem zweistöckigen Gebäude löste der Fahrer die Detonation aus. Zahlreiche umliegenden Betriebe wurden beschädigt.

Vor Ort versammelten sich wütende Iraker und forderten die Rückkehr des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein an die Macht. Die irakischen Sicherheitskräfte feuerten in die Luft, um die Menge auseinanderzutreiben. Im Bagdader Stadtteil Al Salihija feuerten Aufständische nach Angaben der US-Streitkräfte eine Granate auf eine Feuerwache. Ein Mensch wurde verletzt. In der Widerstandshochburg Falludscha westlich von Bagdad entdeckten irakische Sicherheitskräfte die Leiche eines vor zwei Tagen entführten örtlichen Polizeichefs.

Seit Tagen andauernde Anschlagsserie

In den vergangenen Tagen hatten Aufständische eine ganze Reihe von Anschlägen verübt. Bei einem Bombenanschlag vor dem Hauptquartier des US-Militärs und der Übergangsregierung in Bagdad wurden elf Menschen getötet und rund 30 verletzt. Zehn Menschen starben bei einem Bombenanschlag vor einer Garnison der Nationalgarde rund 200 Kilometer nordwestlich von Bagdad.

Die Philippinen setzten derweil ihren Abzug aus dem Irak fort, womit sie der Forderung einer Terrorgruppe nachkommen, die mit der Enthauptung eines entführten philippinischen Lastwagenfahrers gedroht hatte. Noch vor seinen Soldaten traf der Kommandeur der Friedenstruppe, Brigadegeneral Jovito Palparan, am Morgen in Manila ein. Er sei froh, wieder in der Heimat zu sein, erklärte er. "Den Männern, die ich im Irak zurückgelassen habe, geht es gut. Sie bereiten sich auch auf die Abreise vor."

Der Abzug der letzten von insgesamt 51 philippinischen Militärbediensteten im Irak sollte noch im Laufe des Tages abgeschlossen werden. Angehörige der Geisel Angelo dela Cruz zeigten sich optimistisch über dessen baldige Freilassung. Die Entführer hatten Manila eine Frist für den Truppenabzug bis Ende des Monats gesetzt.

Kopfgeld auf Allawi ausgesetzt

Unterdessen setzte eine Terrorgruppe, die offenbar dem jordanischen Extremisten Abu Mussab al Sarkawi nahe steht, ein Kopfgeld von umgerechnet 227.000 Euro auf den irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi aus. Eine entsprechende Erklärung wurde am Sonntag auf einer islamischen Internetseite verbreitet. Darin bezeichnet die so genannte Brigade Chalid bin al Walid den Regierungschef als "amerikanischen Handlanger".

Man werde Allawi und andere irakische Führer, die von Scheich Sarkawi gesucht würden, töten. Und weiter heißt es: "Wenn wir die Belohnung von 200.000 jordanischen Dinars nicht demjenigen übergeben können, der uns Allawis Kopf bringt, dann wird er seine Belohnung im Himmel vom allmächtigen Gott erhalten." (ali)

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