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Aktuell Afrika

Erneut Anschlag in Nigeria

Bei einem Bombenanschlag in Nigeria sind mindestens 30 Menschen getötet worden. Die Attacke ereignete sich im selben Dorf, in dem die Terrorgruppe Boko Haram erst vor wenigen Tagen hunderte Menschen massakriert hatte.

Der Terror in Nigeria reißt nicht ab. Bei einem Bombenanschlag im Dorf Gamboru Ngala im Norden Nigerias haben mutmaßlich Islamisten eine Brücke gesprengt. Mindestens 30 Menschen wurden getötet. Bundeskanzlerin und Bundespräsident drückten ihr Entsetzen über den neuen Anschlag aus.

Hinter der Tat wird die Terrorgruppe Boko Haram vermutet, die erst vor wenigen Tagen in dem gleichen Dorf über 300 Menschen ermordet und elf Mädchen entführt hatte. Die Islamisten werden für eine ganze Reihe von Anschlägen (Artikelbild) und blutigen Überfällen verantwortlich gemacht.

Die Einwohner hielten offenbar gerade ein Massenbegräbnis für die Opfer von Montag ab, als die Extremisten erneut zuschlugen. Auf der Brücke befanden sich nigerianische und kamerunische Grenzposten. Die Zahl der neuen Opfer dürfte noch steigen. "Ich glaube, dass immer noch Leute unter den Trümmern begraben sind", sagte ein Anwohner.

Entführte Schülerinnen in Kamerun?

Ein Sprecher der nigerianischen Armee sagte der Zeitung "The Nation", die Terroristen hätten Teile der Brücke zerstört, die Nigeria mit dem Nachbarland Kamerun verbindet. Die Gruppe habe versucht, damit die Verfolgung ihrer Mitglieder nach Kamerun zu stoppen. In Nigeria wird davon ausgegangen, dass sich viele Boko-Haram-Kämpfer nach ihren Anschlägen über die Grenze absetzen, doch der dortige Informationsminister, Issa Tchiroma Bakary, weist derartige Spekulationen zurück: In seinem Land sei für die Terroristen kein Platz, sagte er der Zeitung "Vanguard".

Die Boko Haram, die im muslimisch geprägten Norden Nigerias einen Gottesstaat errichten will, hat vor knapp einem Monat mehr als 200 Mädchen aus einer Schule verschleppt. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau, der mit seiner Gruppe einen islamischen Gottesstaat errichten will, hatte in einer Videobotschaft angedroht, die Opfer als Bräute zu verkaufen und zu versklaven.

"Bring Back Our Girls"

Inzwischen unterstützen Militärexperten aus den USA und Großbritannien die Suche nach den verschleppten Kindern. Das Team werde sich zudem für "langfristige Anti-Terror-Lösungen einsetzen, um derartige Angriffe zu verhindern und Boko Haram zu besiegen", heißt es aus dem britischen Außenministerium.

Die Bundesregierung verspricht auch deutsche Hilfe: "Wo immer Deutschland im Kampf gegen den fundamentalistischen Terror und für die Wahrung der Menschenrechte hilfreich sein kann, wird es das auch tun", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Deutschland stellte sich hinter die vor einigen Tagen lancierte weltweite Kampagne "Bring Back Our Girls" (Bringt unsere Mädchen zurück). Die Regierung sei "entsetzt über das Ausmaß des Terrors durch die Terrororganisation Boko Haram, der Nigeria derzeit heimsucht", sagte Seibert. Es handele sich um "barbarische Akte jenseits jeglicher Moralvorstellungen".

cr/rb (afp, dpa, kna)

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