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Aktuell Welt

Internationale Hilfe gegen Boko Haram

Das Verbrechen hat die Weltgemeinschaft in Abscheu vereint. Immer mehr Staaten sagen Nigeria Hilfe bei der Suche nach den mehr als 200 entführten Mädchen zu. Der Terror von Boko Haram geht derweil weiter.

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Maßlose Gewalt in Nigeria

Der chinesische Regierungschef Li Keqiang sicherte dem nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan bei einem Treffen in Abuja zu, dass die Volksrepublik alle nützlichen Informationen für die Suche nach den mehr als 200 verschleppten Mädchen, die sie durch Satellitenaufnahmen und Geheimdienste erhält, zur Verfügung stellen wird. Li war anlässlich des Weltwirtschaftsforums für Afrika nach Nigeria gereist.

Westliche Experten kommen

Zuvor hatten bereits die USA, Großbritannien und Frankreich Unterstützung bei der Suche nach den Mädchen und der Fahndung nach den Entführern zugesagt. Die drei Staaten kündigten jeweils die Entsendung von Expertenteams in das westafrikanische Land an.

Die Mädchen waren vor mehr als drei Wochen von Kämpfern der islamistischen Terrorsekte Boko Haram aus einer Schule im nördlichen Bundesstaat Borno verschleppt worden. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau hatte in einem Bekennervideo gedroht, er werde die Schülerinnen als Sklavinnen verkaufen. Trotz intensiver Suche fehlt von den Mädchen weiter jede Spur. Die Polizei setzte 50 Millionen nigerianische Naira (rund 223.000 Euro) für Hinweise zum Aufenthaltsort der Verschleppten aus. Alle Nigerianer sollten sich verpflichtet fühlen, bei der Lösung des derzeitigen Sicherheitsproblems im Land zu helfen, sagte Polizeisprecher Frank Mba. Die Beamten würden bei der Suche "jeden Stein umdrehen".

Die Eltern der Schülerinnen und die nigerianische Öffentlichkeit hatten empört auf die ausbleibenden Erfolge der Polizeifahndungsmaßnahmen reagiert. Mehrmals geb es Demonstrationen (Artikelbild), auf denen Bürger stärkere Anstrengungen der Sicherheitskräfte forderten.

Screenshot von Michelle Obamas Aufruf auf Twitter

Michelle Obamas Aufruf auf Twitter

Die First Lady der USA, Michelle Obama, zeigte sich solidarisch mit den Angehörigen. Auf dem Twitter-Konto ihres Büros wurde ein Foto Obamas veröffentlicht, auf dem sie ein Schild mit der Aufschrift " bring back our girls" hält. "Wir beten für die verschwundenen Nigerianerinnen und ihre Familien. Gebt uns unsere Mädchen zurück", schrieb die Frau von US-Präsident Barack Obama dazu.

Mindestens 6000 Tote

Boko Haram verübte unterdessen ein weiteres Massaker. Mehr als 200 Menschen wurden nach Angaben von Augenzeugen im Bundesstaat Borno getötet. Demnach überfielen bewaffnete Männer in der Nacht zum Dienstag das Dorf Gamboru und ermordeten die Einwohner wahllos. Die Terrorgruppe kämpft seit fünf Jahren für die Errichtung eines islamistischen Staates im Nordosten Nigerias. Seit 2009 hat die Gruppe bei schweren Anschlägen mindestens 6000 Menschen getötet. Vor kurzem nahmen die Terroristen auch die Hauptstadt Abuja ins Visier.

wl/sti (dpa, afp, rtr)

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