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Deutschland und die Türkei

Erdogan-kritischer Schriftsteller Dogan Akhanli wieder in Deutschland

Zwei Monate musste der türkischstämmige deutsche Autor in Spanien bleiben - weil Ankara durch Interpol um eine Festnahme Akhanlis ersucht hatte. Doch die Auslieferung des Erdogan-Kritikers erreichte die Türkei nicht.

Knapp zwei Monate nach seiner Festnahme in Spanien ist der Schriftsteller Dogan Akhanli wieder in Deutschland eingetroffen. Dabei kam es auf dem Düsseldorfer Flughafen zu einem Zwischenfall: Ein Mann beschimpfte Akhanli auf Türkisch, woraufhin sich der Autor lautstark zur Wehr setzte. Sein Anwalt zog ihn schließlich von dem Mann weg. Nach Angaben des Anwalts bezeichnete der Mann ihn als "Landesverräter".

"Red Notice" der internationalen  Polizeiorganisation

Akhanli war am 19. August während einer Reise in Granada festgenommen worden - aufgrund einer sogenannten "Red Notice" bei der internationalen Polizeiorganisation Interpol im Auftrag der Türkei. Bei einer "Red Notice" handelt es sich um ein Ersuchen, den Aufenthaltsort einer bestimmte Person zu ermitteln und diese vorläufig festzunehmen. 

Einen Tag später kam Akhanli unter Auflagen frei, durfte Spanien aber zunächst nicht verlassen. Am Freitag vergangener Woche beschloss die Madrider Regierung, den türkischstämmigen deutschen Staatsbürger nicht an die Behörden in Ankara auszuliefern. Damit wurde der Weg für die Rückkehr des 60-Jährigen in die Bundesrepublik frei.

"Die Verfolgungsjagd der Türkei ist gescheitert"

Die Türkei wirft Akhanli unter anderem vor, in einen bewaffneten Raubüberfall verwickelt gewesen zu sein. Er weist den Vorwurf zurück und zeigte sich zuletzt überzeugt, dass seine kritischen Äußerungen über die türkische Politik hinter der Festnahme stünden. Staatschef Recep Tayyip Erdogan wolle ihn zum Schweigen bringen. "Doch die Verfolgungsjagd der Türkei ist gescheitert", sagte Akhanli in Düsseldorf. "Man sieht, dass dieses Land willkürlich Menschen verfolgt."

sti/bor (afp, dpa)