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Politik

Ende eines Krieges

Nach fast fünf Jahren scheint der Krieg im Kongo ein Ende zu haben. Die Konfliktparteien in der Demokratischen Republik Kongo unterzeichneten in Südafrika die Schlussakte zum Friedensvertrag für das Bürgerkriegsland.

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Kindersoldaten waren am Krieg beteiligt

Mit der Unterzeichnung einer Schlussakte zum Friedensvertrag für die Demokratische Republik Kongo (früher: Zaire) steht dem Bürgerkriegsland der Weg zu einer nationalen Versöhnung frei. Vor den Augen von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki sowie der Staats- und Regierungschefs Botswanas, Namibias, Sambias und Simbabwes unterzeichneten Vertreter von Regierung und Rebellen am Mittwoch (2.4.2003) im südafrikanischen Badeort Sun City das Dokument. Der Vertrag sieht eine zweijährige Übergangsregierung unter der Führung von Staatschef Joseph Kabila vor, die höchstens um ein Jahr verlängert werden kann. Dann sollen erstmals seit der Unabhängigkeit von Belgien 1960 freie Wahlen abgehalten werden.

Neue Verfassung schon verabschiedet

Während der Übergangszeit muss der 31-jährige Kabila seine Macht mit vier Vizepräsidenten teilen. Die beiden Rebellengruppen Bewegung für Demokratie (RCD) und Kongolesische Befreiungsfront (MLC) sowie Regierung und Opposition stellen dafür jeweils einen Vertreter. Auch die Ministerien sollen aufgeteilt werden. Regierungstreue Soldaten und Kämpfer der Rebellen sollen in Armee und Polizei integriert werden. Ein internationales Komitee wird neben der Mission der Vereinten Nationen (UN) MONUC die Umsetzung des Friedensabkommens begleiten. 362 Vertreter von Regierung, Opposition, Rebellen und Milizen nahmen an den Verhandlungen in Sun City teil. Sie verabschiedeten unter anderem eine neue Verfassung, die Kabila bereits am kommenden Sonntag in Kraft setzen soll.

Thabo Mbeki warnt vor Problemen

Kabila selbst nahm nicht an der Zeremonie teil. Informationsminister Kikaya bin Karubi sprach von einer "großartigen und glücklichen Chance für die Demokratische Republik Kongo". Mbeki, der als Vermittler die 19-monatigen Verhandlungen leitete, warnte vor möglichen Problemen bei der Umsetzung. "Sie wissen besser als ich, dass die Umsetzung einer historischen Vereinbarung nicht leicht sein wird", sagte er. "Ihre Probleme werden sowohl von innen als auch aus dem Ausland kommen." Der fast fünfjährige Bürgerkrieg hatte die gesamte Region einbezogen: Während Ruanda die Rebellen der RCD unterstützte, half Uganda der MLC. Angola, Simbabwe und Namibia kämpften an der Seite der Regierungstruppen.

"Afrikas erster Weltkrieg"

Der Krieg im Kongo galt lange Zeit als "Afrikas Erster Weltkrieg", weil bis zu sieben Nationen in die Kampfhandlungen in dem Land verstrickt waren. Laut UN war er mit rund 2,5 Millionen Toten die schlimmste kriegerische Auseinandersetzung der Gegenwart. Zahlreiche vorangegangene Abmachungen zwischen Regierung und Opposition hatten den Bürgerkrieg nicht beenden können. Er war 1998 ausgebrochen, als Rebellengruppen mit Unterstützung aus Ruanda und Uganda die kongolesische Zentralregierung unter Kabilas Vater - Laurent - zu bekämpfen begannen. Die Regierung war daraufhin durch Soldaten aus Angola, Namibia, Simbabwe sowie vorübergehend dem Tschad unterstützt worden. Die meisten ausländischen Truppen sind mittlerweile aus dem Kongo abgezogen worden. (kap)

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