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Sport

EM startet mit einer Sensation

Erstes Spiel, erste Sensation: Gastgeber Portugal hat das Eröffnungsspiel gegen Griechenland mit 1:2 (0:1) verloren. Die zweite Partie gewann Spanien gegen Russland mit 1:0 (0:0).

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Portugals Deco kann es nicht fassen

"König Otto" Rehhagel hat sich gleich zum Auftakt der Euro 2004 in Portugal als Spielverderber und Stimmungstöter für die Gastgeber profiliert. Im "wichtigsten Spiel für Griechenland seit 20 Jahren" düpierte seine als Außenseiter gehandelte Mannschaft die "goldene Generation" um Superstar Luis Figo mit 2:1 (1:0). Zu den Helden der Hellenen wurden vor 52.000 Zuschauern im Estadio do Dragao in die Torschützen Georgios Karagounis (7.) und Angelis Basinas (51., Foulelfmeter). Die Iberer kamen durch Cristiano Ronaldo in der Nachspielzeit lediglich noch zum Anschlusstreffer.

Ottos Schachzüge

Euro2004, Griechenland gegen Portugal, feiernde Griechen

Stylianos Giannakopoulos feiert mit den Fans das 1:0

Rehhagel hatte auf Torjäger Nikolaidis (Atletico Madrid) in der Anfangsformation verzichtet und dafür dem Bremer "Joker" Charisteas eine Chance von Beginn an eingeräumt. Das erwies sich als kluger Schachzug, weil der Favorit darauf offenbar nicht vorbereitet war.

Ronaldo foult Seitaridis, Euro2004, Griechenland gegen Portugal

Die Vorentscheidung: Ronaldo foult Seitaridis

Portugals "Selecao" wurde Opfer ihrer großen Nervosität. Der EM-Halbfinalist von 2000 domininierte die Partie gegen die abwehrstarken Griechen, wirkte aber unsicher und anfällig in der Defensive. Schon nach 48 Sekunden bot sich Charisteas vom deutschen Meister und Pokalsieger Werder Bremen die erste Chance. Sechs Minuten später waren die 4000 griechischen Fans zum ersten Mal aus dem Häuschen, als Karagounis aus 20 Metern unhaltbar traf.

Zweite kalte Dusche

Auch nach der Pause erhielten die Portugiesen schnell eine kalte Dusche: Der zur Halbzeit eingewechselte Jungstar Cristiano Ronaldo foulte Georgios Seitadiris. Schiedsrichter Pierluigi Collina aus Italien entschied umgehend auf Elfmeter und Angelis Basinas verwandelte sicher in den rechten oberen Winkel zum 2:0 (51.).

Enttäuschte portugiesische Fußballfans

Enttäuschte portugiesische Fußballfans

Wie bereits zuvor fiel Portugal danach nicht viel ein: Die Gastgeber stürmten, drängten, rannten - aber am Strafraum war zumeist schon Endstation. Griechenland dagegen blieb bei seinen wenigen Chancen stets gefährlich. Das Tor von Ronaldo nach Flanke von Figo in der Nachspielzeit konnte den insgesamt verdienten griechischen Sieg nicht mehr gefährden.

"Wir haben schon in der WM-Qualifikation sensationell gewonnen, doch dieser Sieg ist einmalig und ein Höhepunkt. Er ist einer meiner größten Erfolge", sagte Otto Rehhagel. "Unsere Strategie ist aufgegangen, die Spieler haben sich hundertprozentig daran gehalten. Ich hoffe, dass alle Griechen ihre Fahne aus dem Fenster hängen und sich über diesen grandiosen Sieg freuen."

Novum der Fußballgeschichte

Otto Rehhagel erfolgsverwöhnt

Nicht unzufrieden: Otto Rehhagel

Die Niederlage Portugals ist nicht nur eine faustdicke Überraschung, sondern auch ein Novum in der Fußballgeschichte: Noch nie hatte ein Gastgeberland einer EM das erste spiel verloren. Die besten Noten bei den Griechen verdienten sich Charisteas, Angelis Basinas und Georgios Seitaridis. Bei den Portugiesen überzeugte neben Luis Figo allenfalls der eingewechselte Cristiano Ronaldo.

Spanien mit furiosem Beginn

Im zweiten Spiel der EM setzte sich Spanien gegen Russland durch. Zur Freude der etwa 20.000 Spanier unter den 28.182 Zuschauern im Estadio Algarve begann Spanien aggressiv und setzten die Mannschaft von Trainer Georgij Jarzew zunächst derart unter Druck, dass sie kaum aus der eigenen Hälfte kam. Richtig gefährlich wurde es vor dem Tor von Sergej Owtschinnikow aber nur noch selten. Der letzte präzise Pass in die Spitze fehlte. Bereits nach 110 Sekunden hatte Torjäger Raul von Rekordmeister Real Madrid die erste Torchance, doch sein Schuss aus spitzem Winkel verfehlte knapp das Ziel.

Euro2004 Russland Spanien

Vicente bedrängt von drei Russen

Die Russen, die seit zuletzt im April 2003 ein Pflichtspiel verloren hatten (0:1 gegen Georgien), wussten sich gegen die spielstarken Iberer oft nur durch Fouls zu helfen. Bereits nach einer halben Stunde hatte Schiedsrichter Urs Meier aus der Schweiz vier Spielern Gelb gezeigt. Nach etwa einer Viertelstunde befreiten sich die Russen aber vom Druck und konnten die Partie zunehmend offen gestalten.

Goldenes Händchen

Nachdem Raul und Morientes nach dem Seitenwechsel zwei hochkarätige Kopfballmöglichkeiten vergeben hatten, entschied sich Trainer Inaki Saez, durch zwei Einwechslungen den Druck auf die russische Abwehr zu erhöhen - und er bewies eine sehr glückliche Hand. Juan Carlos Valeron war nur wenige Sekunden für Morientes auf dem Feld, als er eine Flanke von Joseba Etxeberria aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung für die Iberer in der 60. Minute verwertete.

Spanische Fans

Spanische Fans

Die Russen drückten danach zwar auf den Ausgleich, konnten sich aber keine ganz klaren Chancen herausspielen und verloren in der 88. Minute auch noch Sharanow durch Gelb-Rote Karte. So blieb es beim glanzlosen, aber letztlich verdienten Sieg des Favoriten. (sams)

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  • Datum 13.06.2004
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