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Aktuell Deutschland

Eltern des Münchner Amokläufers: "Wir bekommen Morddrohungen"

Gut eine Woche nach dem Amoklauf von München meldet sich der Vater des Täters erstmals öffentlich zu Wort. Er gibt an, nichts von den Plänen seines Sohnes gewusst zu haben - und spricht von seinem schlimmen Alltag.

Ihm selbst gehe es schlecht und seine Frau weine seit einer Woche, sagte Masoud S. der Zeitung "Bild am Sonntag". "Wir bekommen Morddrohungen", fügte er hinzu. "Unser Leben in München ist endgültig erledigt." Der Vater des 18-jährigen Amokläufers gab an, keine Ahnung von dessen Plänen gehabt zu haben. "Von einer Waffe habe ich nichts gewusst."

Vater zeigte Mitschüler wegen Mobbings an

Vor gut einer Woche hatte der 18-jährige Ali David S. im Bereich des Olympia-Einkaufszentrums neun Menschen erschossen und anschließend sich selbst. Die Pistole hatte er sich offenbar heimlich im Internet besorgt. Der junge Deutsch-Iraner galt als psychisch krank. Auf einem Video während des Amoklaufs sagte er, er sei in der Schule gemobbt worden. Dies gilt als mögliches Motiv für die Tat.

Video ansehen 02:51

München nach dem Amoklauf

Sein Vater gab an, sein Sohn habe ihm nie erzählt, wie er in der Schule gemobbt worden sei. Vor vier Jahren erfuhr er jedoch über einen Mitschüler davon, wie er berichtete. "Ich habe Ali von der Schule genommen und mit der Lehrerin gesprochen", sagte er der Zeitung. Einige der Mitschüler habe er sogar angezeigt, doch seien die Ermittlungen eingestellt worden.

Der Schüler war nach bisherigen Ermittlungen von dem rechtsextremen Attentäter Anders Breivik aus Norwegen fasziniert. Die meisten Opfer des 18-Jährigen waren muslimisch und hatten Migrationshintergrund mit Wurzeln etwa aus der Türkei oder dem Kosovo.

Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs

An diesem Sonntag findet ein Gedenkgottesdienst mit anschließender Trauerfeier im bayerischen Landtag zu Ehren der Opfer statt. Als Gäste werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.

Am Samstag räumte die Polizei im Münchner Stadtteil Pasing ein Einkaufszentrum und einen Bahnhof vorübergehend. Bei der Rettungsleitstelle war ein Hinweis auf eine Bombe eingegangen. Nach einem vierstündigen Einsatz gab die Polizei aber Entwarnung und sprach von einem Fehlalarm. Sie geht davon aus, dass es sich um einen Trittbrettfahrer handelte. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung bestanden, so die Polizei.

rk/wa (afp, dpa, epd)

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